Full text : Die von den Grafen Albrecht und Philipp im Jahre 1576 publizierte Nassau-Saarbrücken'sche Kirchenordnung und Agende und ihre Weiterentwicklung

wurden für den Fall, daß er mit seiner Familie zur römischen
Kirche übertrete, erklärte er mit männlicher Festigkeit, „daß
er von der einmal erkannten Wahrheit nicht einen Nagel
breit abweichen wolle, vielmehr bereit sei, mit Gottes Bei—
stand, an dem er niemals zweifele, zur Verteidigung des
Glaubens in den Tod zu gehen.“ (Geschichte von Nassau,
von Schliephake-Menzel, Bd. Vl. Wiesbaden 1884,
S. 379.) Wegen seines strengen Gerechtigkeitssinnes wurde
Albrecht wiederholt dazu berufen, Streitigkeiten in fürstlichen
Häusern zu schlichten.

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Graf Albrecht starb 9 Jahre früher als sein Bruder
Philipp und zwar am 11. Nov. 1693 im Schlosse zu Ottweiler
und wurde in der Klosterkirche zu Neumünster bei Ottweiler
beigesetzt. Die von seinem treuen Superintendenten Lorenz
Stephani gehaltene Trauerrede erschien in demselben Jahre
im Druck zu Straßburg unter dem Titel: „Leichpredigt bei
dem Begräbniß Grave Albrechten zu Nassaw ꝛc. am 25. Nov.
in der Klosterkirchen zu Neumünster bei Ottweiler. Durch
Laurentius Stephani.“ Seine Gemahlin Anna, eine Tochter
Wilhelms des Reichen, überlebte ihn, sie hatte ihm 14 Kinder
geboren, von denen der erste Sohn Ludwig, geb. den 9. Aug.
15685, die wichtigste Rolle in der Geschichte spielt, weshalb
wir uns mit ihm als Herausgeber der in Rede stehenden
K. O. noch eingehender beschäftigen werden, während die
beiden andern Söhne Wilhelin und Johann Casimir bald
zurücktreten, ersterer starb 1597 in Burgschwalbach, letzterer
am 29. März 1602, Albrechts Witwe lebte noch lange und
starb am 12. Dez. 1616 in Weilburg, Graf Philipp starb am
12. März 1602 zu Saarbrücken und wurde in der Kirche
zu St. Arnual beigesetzt. Seine Besitzungen hatte er seinen
beiden Neffen Ludwig und Johann Casimir vermacht, von
denen letzterer ihn nur 17 Tage überlebte, worauf Ludwig
alle walramischen Besitzungen ungeteilt erbte.

Ich habe das Leben dieser beiden Brüder, die die in
Rede stehende K. O. einführten, etwas eingehender berichtet,
            
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