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Als am 1. August 1572 die Söhne Philipps des Großmütigen
eine neue Kirchen-Ordnung publiziert hatten, gebot
der Landgraf Ludwig deren Einführung auch im Amte Hütten⸗
berg und in den gemeinen Landen an der Lahn, wogegen
der Superintendent Lorenz Stephani und sein geistlicher Herr
lebhaften Widerspruch erhoben, indem sie sich auf einen früheren
Vertrag von Lollar beriefen, nach welchem kirchliche Ver⸗
ordnungen in diesen Gebieten nur in Gemeinschaft von Hessen
und Nassau erlassen werden konnten. Man verhandelte kürzere
Zeit darüber, und im Jahre 15874 wurde eine gemeinschaftliche
K. O. publiziert. Leider ist diese K. O., welche im Druck er⸗
schien, verloren. (cf. Jacobson, Geschichte der Quellen des
evang. Kirchenrechts. IV. Teil Bd. 3. Königsberg 1844. S. 638.)
Die um eine neue Auflage entstandenen Streitigkeiten schildert
Abicht J. c. III. S. 208ff. Im Jahre 1574 starb Johann von
Saarbrücken, und nun fielen seine Grafschaften und Herrs chaften
an die beiden Brüder Albrecht und Philipp. Der erstere
erhielt die Schlösser und Herrschaften Ottweiler, Homburg,
Kirchhain, Lehr und Malberg, während Philipp die Graf—⸗
schaften Saarbrücken, Saarwerden und Neuf erbte; des
ersteren Residenz war Ottweiler, des Bruders Philipp aber
Saarbrücken. Im Jahre 1575 visitierte L. Stephani die
neuen Besitzungen Albrechts, während in Saarbrücken und
Saarwerden der Hofprediger Mag. Gebhard Beilstein aus
Weßglar tätig war, die Reformation in dem Sinn des Grafen
durchzuführen. Der streng lutherischen Richtung kursächsischer
Obsernanz waren die Grafen nicht geneigt, sie standen auf
dem Standpunkte der wetterauischen Grafen, die im Nov. 1577
in Butsbach den Beschluß faßten, derselben nicht beizutreten.
Durch ihre linksrheinischen Besizungen kamen unsere
Grafen wiederholt in Berührung mit einflußreichen Katho—
siken, wie dem Herzog von Guise, dem Herzog von Lothringen
ums Anderen. An Verlockungen zum Uebertritt fehlte es nicht,
aber diese nassauischen Grafen standen fest, wie eherne Säulen.
Als Graf Albrecht einst von sehr angesehenen Häuptern der
katholischen Partei die glänzendsten Versprechungen gemacht