Full text : Die von den Grafen Albrecht und Philipp im Jahre 1576 publizierte Nassau-Saarbrücken'sche Kirchenordnung und Agende und ihre Weiterentwicklung

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Gebiete Hermanns stattgehabt hätte. Weiter führt Nebe
keine Gründe an, daß der von ihm geltend gemachte aber
nicht durchschlagend ist, liegt auf der Hand. Ferner wäre
zu untersuchen, welche gottesdienstlichen Ordnungen und Ge—
sangbücher später dort in Geltung gewesen sind.
Auch die Grafschaft Holzappel hat in kultischer Hinsicht
eine interessante Geschichte. Beim Beginn der Reformation
gehörte ein Teil derselben, die alte Esterau Hessen, kam dann
aber 1557 an die Nassau-Ottonische Linie. 1606 kam sie zu
drei Viertel an Nassau-Hadamar und 1631 auch noch das
letzte Viertel. 1643 kam die alte Esterau unter dem Vogte
Usselbach für 64 000 Gulden an den reformierten kaiserlichen
General Peter Melander und hieß Grafschaft Holzappel.
Eine eigenartige Geschichte in gottesdienstlicher Beziehung
hat dann wieder Charlottenberg, ferner die frühere reformierte
Gemeinde zu Homburg v. d. H., die aus der deutsch- und
französisch-reformierten Gemeinde daselbst sich zusammensetzte,
sodann die Gemeinde zu Friedrichsdorf, die durch französische
Refugiés gegründet wurde, deren Bekenntnis in den vierzig
Artikeln der 1569 zu Paris abgefaßten Konfession der
französischen Reformatoren (Hugenotten) enthalten ist. Ganz
eigenartig ist auch die Geschichte des gottesdienstlichen Lebens
der Gemeinde Dornholzhausen bei Homburg v. d. H. Diese
wurde 1699 von Waldensern gegründet, welchen freie Religions—
übung nach dem Bekenntnis und der Ordnung ihrer heimischen
Kirche zugesichert wurde. Zum Schluß sei auch noch auf die
lutherischen Gemeinden des hessischen Hinterlandes hingewiesen,
für deren Bekenntnisstand die hessische Kirchenordnung von
1724 maßgebend ist. Nur durch eingehende, auf gründlichen
Forschungen beruhende Monographieen kann das gottesdienst—
liche Leben dieser verschiedenen kleinen Kirchenkörper, welche
in den Organismus unsrer nassauischen Kirche aufgenommen
worden sind, zur Darstellung gebracht werden. Eine Fülle
von Aufgaben tut sich hier vor unserm Geistesauge auf,
möchten tüchtige Kräfte die Hand mit anlegen, dieselben zu
lösen! Welche Mannigfaltigkeit an evangelischen Kirchen—
            
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