Full text : Die von den Grafen Albrecht und Philipp im Jahre 1576 publizierte Nassau-Saarbrücken'sche Kirchenordnung und Agende und ihre Weiterentwicklung

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Wer ist unser HErr Christus?
GOttes und Mariä Sohn, wahrer GEOtt und wahrer
Mensch in einer unzertrennlichen Person.
Warum ist GOttes Sohn Mensch worden?
Darum, daß er uns Menschen von unseren Sünden,
vom Tode, und von der Gewalt des Teuffels erlösete.
Womit hat er uns erlöset?
Nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen
theuren Blut, und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben.
Womit ergreiffen wir solche Erlösung?
Mit dem Glauben.
Was ist der Glaube?
Der Glaube ist ein hertzlich Vertrauen, und eine ge—
wisse Zuversicht auf Christum.
Kan auch ein Mensch aus eigenen Kräfften glauben?
Nein.
Wer gibt uns den Glauben?
GEOtt der Heilige Geist.
Wodurch gibt er uns den Glauben?
Durch die Predigt Göttlichen Worts und durch die
heilige Sacramenta.
Was muß ein Christ thun, waun er gern wollte an Chriftum
glauben?
Er muß fleissig zur Kirchen gehen, GOttes Wort hören,
und der Sacramenten gebrauchen.
Was haben wir davon, wann wir an Christum glauben?
Gnädige Vergebung der Sünden, die fröliche Auffer—
stehung des Fleisches, und das ewige Leben.
III.
Sollen wir Christen auch bethen?
Ja.

Wen sollen wir anruffen?
Allein GOtt Vatter, Sohn, und Heiligen Geist.
Soll man auch die abgestorbene Heiligen anruffen?
Nein, denn es ist eine Abgötterey, die GOTT ernstlich
verbotten hat.
            
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