Full text : Die von den Grafen Albrecht und Philipp im Jahre 1576 publizierte Nassau-Saarbrücken'sche Kirchenordnung und Agende und ihre Weiterentwicklung

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Gebeth zur Zeit der Pestilentz.
XIII.
Allmächtiger GOtt, wir bekennen, daß wir mit unsern
mannigfaltigen schweren Sünden dich offt und hart erzörnet,
und allerley greuliche Strafen verdienet haben; dann wir
sind leider abgewichen, und allzumahl untüchtig worden,
wir und unsere Vätter haben deine Gebotte, Sitten und Rechte
nicht gehalten; bitten aber deine grundlose Barmhertzigkeit
mit reuigem Herzen, um JEsu Christi, deines lieben Sohns,
willen, du wollest nicht mit uns handlen nach unsern Sünden,
sondern erbarme dich unser, nach deiner großen Güte und
Langmütigkeit. Sey uns gnädig, und nimm von uns weg,
nach deinem vätterlichen Willen, die grausame Seuch der
Pestilentz, und laß uns nicht sterben an dieser erschrecklichen
Plag. Reume uns nicht auf in deinem Zorn und raffe
unsere Seelen nicht hin mit den Sündern, noch unser Leben
mit den Ubelthätern. Ach HErr laß ab von deinem Grimm
und Ungnad über uns, wilt du denn ewiglich über uns zürnen,
und deinen Eiffer gehen lassen immer für und für, bis
daß bald aus seye? Wilt du uns denn nicht wieder erquicken,
daß sich dein Volck über dich freuen möge? HErr erzeige uns
deine Gnad, und hilff uns, gedencke an deine Gnade, und
hilff uns; Gedencke an deine Güte und Barmhertzigkeit, um
deines Namens willen. O gütiger GOtt, du bist gerecht,
und unsträfflich seynd alle deine Gerichte, wir aber haben
gesündiget, und deinen gerechten Zorn über uns erreget;
darum ist diese scharfe Ruthe billig über uns kommen.
So vergib nun die Missethat deinem Volck, und nimm weg
von uns dieses geschwinde Gifft, um des bittern Leidens JEsu
Christi willen, behüte uns für deinem Zorn, für einem bösen
schnellen Tod und der ewigen Verdammniß. Wann du aber
je unsere Sünde heimsuchen wilt, mit dieser zeitlichen Strafe,
so hilff, daß wir deine vätterliche Hand erleiden, in der
Züchtigung nicht verzagen; Daun wann wir gerichtet werden,
so werden wir von dem HErrn gezüchtiget, auf daß wir nicht
samt der Welt verdamnit werden; So ist es auch besser,
            
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