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Mittelpunkt des Saargebietes ist. Der Stadtteil Saarbrücken liegt
auf dem linken Saarufer. Er ist der Sitz des Landraisantes für
den Landkreis Saarbrucken, eines Land- und Amtsgerichtes und
hat ein Gymnasium, eine höhere Töchterschule mit Lehrerinnen⸗
seminar, ein großes Hospital und ein Hauptsteueramt. In dem
Rathaussaal befinden sich geschichtliche Gemälde, welhhe Be—
gebenheiten aus dem Kriege von 1876/71 darstellen. Von den
Kirchen verdient die schöne Ludwigskirche Erwähnung. Saar—⸗
brücken treibt ausgedehntes Gewerbe, bedentenden Handel und
lebhafte Schiffahrt. Der geraͤumige Hafen liegt auf der rechten
Saarseite. Durch vier Bruͤcken ist es mit dem Staditeil St. Jo⸗
hann und durch eine mit Malstatt verbunden. In St. Johann
herrscht ein reger Geschäftsverkehr. Es ist ein wichtiger Eisen bahn⸗
knotenpunkt und besißt einen der größten Güterbahnhöfe in
Südwestdeutschland. Die schönste Zierde des Stadttells— ist das
großartige, neuerbaute Rathaus. Die Bergwerksdirektion und
die Eisenbahndirektion befinden sich nahe am Bahnhof. Höhere
Schulen in St. Johann: Oberregalschme, Hauptbergschule, ein
städtisches und private Lhzeen mit Lehrerinnenbildungsanstalten,
eine Mittelschule fuͤr Madchen. In Malstatt-Burbach
ist die Fabriklätigkeit sehr bedeutend. Doört gibt es ein großes
Eisenwerk („Burbacher Hütte“), ein Gußstahlwerk, eine Haupt⸗
eisenbahnwerkstätte, Eisengießereien, Maschinenfabriken, eine
Eisenbahnwagen⸗ und eine Zementfabrik. Es hat ein Reform⸗
gymnasium und eine Knabenmittelschule. Der Stadtteil Bur—⸗
bach ist mit dem gegenüberliegenden Gersweile; durch eine
neue Brücke verbunden. Am Schanzenberg führt eine —
bahnbrücke mit einem Weg für Fußgänger über die Saar. Die
genannten Stadtteile, die durch eine elektrische Straßenbahn
miteinander, in Verbindung stehen, bilden ein fast minter
brochenes Häusermeer. Der Oristeil St. Arnu al, seit 1897
nach Saarbrücken eingemeindet, war der Sitz eines sehr reichen
Chorherrenstiftes, aus dessen Vermögen Stiftswald) jetzt noch
wohltätige Zuwendungen erfolgen.Die alte Kirche wird all⸗
jährlich von vielen Fremden besucht. Andere eingemeindete
Vororte sind Rußhünte umb Jägersfreude. die
Stadt Saarbrücken besißi außer den angeführten gewerblichen
Betrieben viele Bierbrauereien, ein größeres Lederwerk, eine
Papierfabrik, Seifenfabrifen u. a. In den zahlreichen Kasernen der
Stadt sind jetzt die franzöfischen Besatzungstruppen untergebracht.
Saarbrücken, war früher die Residenz der Grasfen und
Fürsten von Nassau⸗Saarbrücken, denen der ganze Kreis mit
Ausnahme der Bürgermeifterei Kleinblittersdorf gehoͤrte. Sie
trugen ihren Namen von ihrer Stammburg Saarbrüuick, die fich
auf, einem steilen Felsen an der Saat erhob und nach der nahen
Brücke über die Saar benannt war. Die Grafschaft hatte mehr⸗
fach durch Einfälle fremder Völker zu leiden, so im 80jährigen