86
die Saar zunächst die Blies, welche den Kreis nur im Süd⸗
osten berührt (Hündung bei Saargemünd). Bei Brebach
mündet der Scheidterbach, in Saarbrücken der Sulzbach
und der Fischbach und bei Völklingen der Köllerbach. Der
größte linke Saarzufluß des Kreises Saarbrücken ist die bei
Wehrden mündende Rossel mit dem Lauterbach. Der
Bodengestaltung nach ist der Kreis ein bergiges Huͤgelland.
Dasselbe umfaßt eine Reihe unregelmäßig verlaufender
Bergrücken und einzelne Berge. Der bedeutendste Höhen⸗
zug ist der zwischen dem Fischbach und dem Köllerbach
gelegene Köllertaler Wald mit dem Wacken:
h,übel (A6 w) und der Göttelborner Höhe
(444 m), den höchsten Punkten des Kreises. Uber den
schmalen Höhenzug zwischen Sulzbach und Fischbach führt
die Grühlingstraße (Römerstraße). Links der
Saar liegt, vom Lauterbach durchflossen, der Warndit
mit dem großen Karlsbrunner Forst. Die Kreise Saar—
brücken sind sehr dicht bevölkert. Sie haben mehr Einwohner
als die vier Eifelkreise und die Kreise Bernkastel und Saar—
hurg zusammen, und doch macht ihre Größe noch nicht
i des Flächenraumes dieser Kreise aus. Die Dichte der
Bevölkerung ist daraus zu erklären, daß der Kreis Saar—
brücken ein großes, fast ununterbrochenes Industriegebiet
mit zahlreichen Kohlenbergwerken, Eisenwerken umd Fa⸗
briken für Glas, Tonwaren, Papier und Maschinen ist.
Das ergiebige Kohlengebiet an der Saar liegt größtenteils
im Kreise Saarbrücken; es reicht aber auch in die Kreise
Saarlouis und Ottweiler, sowie in Lothringen und die
Pfalz hinein. Jährlich werden im ganzen zwischen 12 und
13 Millionen Tonnen (à 1000 k8) Steinfohlen hier ge—
wonnen. Die Zahl der Bergleule beträgt über 56 000.
Der Bergwerksdirektion Saarbrücken unterstehen 12 Berg⸗
inspektionen, und zwar die Steinkohlenbergwerke Kron—
prinz, Fürstenhausen, Gerhard, Von der Heydt, Dudweiler,
Sulzbach, Reden, Heinitz, König, Friedrichstal, Göttelborn,
Camphausen. Die Kohlengruben gehören jetzt dem fran⸗
zösischen Staat. Der Kohlenreichtum ermoͤglicht die sehr
bedeutende Eisenindustrie, welche die Eisenerze meist aus
9