Full text : Heimatkunde des Regierungsbezirkes Trier und des Saargebietes

80

Bewässert wird der Kreis Saarburg von der Mosel
und Saar nebst Zuflüssen derselben. Die Kreiswasser—
leitung, die ihr Wasser aus dem Tale bei Wawern
auf den Hostenberg 280 m hoch emporpumpt, versorgt
rund 40 Gemeinden mit Trinkwasser. Von Eisenbahnen
sind vorhanden die Saar-, die Mosel- und die Hoch—
waldbahn.

Die Kreisstadt Saarburg a. d. Saar (2200 E. ) hat eine
Dn Lage; sie besitzt ein Lehrerinnenseminar, eine landwirt—
schaftliche Winterschuse, eine Glockengießerei und Gerbereien.
Saarburg verdankt seinen Namen und seine Entstehung der im
10. Jahrh. erbauten gleichbenannten Burg. Der Ort, der nach
und nach um die Burg entstanden ist, erhielt 1201 städtische
Rechte. Wo jetzt der durch eine feste Brücke mit Saarburg ver—
bundene Wallfahrtsort Beurig sieht, fand nian Too in cinem
Baume ein Muttergottesbild, das man von da ab in einem von
Holz und Lehm erbauten Haäͤuschen aufbewahrte. Später
wurde da eine Kapelle und zuletzt die noch stehende Kirche und
ein Franziskanerkloster errichtet. Bei Serrig befindet sich
ein römisches Grabmal. Auf einem Berge am linken Saarufer
liegt Castiel. Dieser Name bedeutet Festung. Hier hatten die
Römer ein Standlager. Auf einem Felsenvorsprung, von dem
man das Tal der Saar weithin übersehen konnte, stand die
Wache. Als Wachtstuben machten sich die römischen Soldaten
Kammern in den Felsen, die spaͤter von einem Klausner Gin—
siedler) bewohnt wurden; daher heißen die in den Felfen ge⸗
hauenen Gemächer auch Klaufe. Die daneben auf der äußersten
Felskante stehende Kapelle enthält das Grabmal des blinden
Königs Johann von Böhmen. Bei Freudenbuür g finden
sich gut erhaltene Trümmer einer Burg, die Johann der Blinde
erhaute, und bewohnte. Die Berge von Serr ig und Taben
liefern für einen großen Teil der Eifenbahnen und Provinzial⸗
straßen des Regierungsbezirks die Steine Grauwacke) zu Pack⸗
lage und Kleinschlag. Die Wälder auf dem rechten Saarufer
liefern viel Lohe. Die Jagd ist dort reich an Hochwild. Auch bei
Taben und Wiltingen führen Brücken über die Saar. Nicht
weit von Perl tritt die Mosel an den Regierungsbezirk Triec.
In Nennig hat man 1858 die Reste einer römischen Villa
ausgegraben. Besonders erwähnenswert ist der 150 lange
und 10 mn breite Mosaikboden aus deffen Atrium Empfangs⸗
zimmer und Speifesaal). Die bildlichen Darftellungen dessfelben
—— eine altrömische Volksbelustigung, namlich
einen Kampf von Tieren mit Tieren, von Fechtern mit Tieren
und von Fechtern untereinander. Ddie einzelnen Kämpfe sind
durch sieben lebensvolle Bilder wiedergegeben. Bruden führen
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.