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Mutterhaus der barmherzigen Schwestern, ein bischöfliches
Priesterseminar und ein Konvikt, neun Pfarrkirchen, zwei
Gymnasien, eine staatliche höhere Mädchenschule nebst
Lehrerinnenseminar, eine katholische höhere Töchterschule,
eine Weinbauschule, eine Gewerbeschule, eine Provinzial⸗
Taubstummen⸗Anstalt, ein Provinzialmuseum, eine große
Bibliothek und viele Fabriken, namentlich in Leder und
Tabak. Sehr bedeutend ist auch der Handel mit Wein.
In jedem Frühjahr werden in Trier die edelsten Mosel-,
Saar⸗ und Ruwerweine zu hohen Preisen versteigert.
837. Der Kreis Saarburg.
Der Kreis Saarburg wird durch die Mosel von Luxem—
burg getrennt. Er erstreckt sich von der Mosel bis auf das
östliche Ufer der Saar. Letzterer Teil gehört zum Gebiete
des Hochwaldes und hat viele große Wälder. Die Um—
gegend von Zerf heißt im Volksmunde daher das „Wald⸗
land“. Die Hochwaldgegend hat ziemlich rauhes Klima.
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der Saar, dem Gau, ist das Klima günstiger und der
kalkhaltige Boden fruchtbarer. Hier zieht man außer den
bekanntesten Feldfrüchten auch die verschiedensten Trank⸗
obstsorten und reichlich Edelobst. Die Täler der Mosel und
der Saar sind mild und freundlich und erzeugen neben der
Weinrebe noch mehr und besseres Edelobst. Die Westseite
der Saar zählt auch viele Waldungen; dieselben sind aber
bon geringerem Umfange als die im Osten der Saar. Die
Holzungen des Kreises umfassen zusammen etwas mehr
als /, des Bodens, während das Ackerland nicht gerade die
hälfte desselben beträgt.
Ackerbau und Viehzucht bilden die wichtigsten Er—
werbsquellen des Kreises; besonders blühend ist die Pferde—
zucht. In den Tälern der Mosel und Saar ist der Weinbau,
dem immer mehr Boden dienstbar gemacht wird, von großer
Bedeutung. Vie besten Weine gedeihen in dem schiefer⸗
reichen Saartale. Die bevorzugtesten Lagen sind die von
Wiltingen, Ockfen, Ahl, Canzem und Wawern. Die Weine
der Mosel sind hier von geringerer Güte.