Full text : Heimatkunde des Regierungsbezirkes Trier und des Saargebietes

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getreten sind, lassen ein 4 Stunden langes und Stunde
breites Tal frei. Der Reiz der Landschaft wird noch erhöht
durch die prächtigen Alleen, welche die Stadt umfäumen.
Diese bildet in ihrer Grundform ein längliches Viereck.
Sechs Eisenbahnlinien (von Coöln, Luxemburg, Metz, Saar—
brücken, Hermeskeil und Coblenz), die auf dem Hauptbahn⸗
hof zusammenlaufen, bringen täglich viele Fremden nach
der schönen Stadt. Trotz der zahlreichen Verheerungen
hat Trier noch viele uralte Baudenkmäler aus der Römerzeit
aufzuweisen. Die nennenswertesten derselben sind:
1. Das Schwarze Tor Eorta vwigra), auch
Römer⸗ oder Simeonstor genannt, ist aus viereckigen Sand⸗
steinblöcken des Pfalzeler Waldes erbaut, die nicht durch
Mörtel verbunden, sondern durch eiserne Klammern zu—
sammengehalten werden. Durch das hohe Alter haben sie
eine schwarze Farbe bekommen, daher der Name „Schwarzes
Tor“. Unten hat der Bau, der einem Riesenpalaste ohne
Dach gleicht, zwei Durchgänge; über diesen befinden sich
zwei Stockwerke mit je einer Reihe Bogenfenster. Die
Porta nigra war ein in die römische Stadtmauer ein—
gefügtes befestigtes römisches Tor. Erzbischof Poppo ließ
es in eine Kirche umwandeln, die bis zum Anfang des
19. Jahrhunderts bestand.
2. Das Rote Haus am Hauptmarkte mit einer In—
schrift, nach der Trier 1300 Jahre älter sein soll als Rom.
3. Der Dom, aus der Römerzeit stammend, ist aus
verschiedenen Bauten zusammengesetzt. Der älteste Teil
soll der Palast der hl. Helena gewesen sein. Vier mächtige
Granitsäulen trugen die Decke. Beim Einfall der Normannen
litt der Dom sehr; um das Jahr 1000 war er dem Einsturz
nahe. Erzbischof Poppo begann die Wiederherstellung des
selben. Drei der erwähnten Säulen ließ er mit Mauerwerk
umgeben, die vierte, schadhaft gewordene, dagegen entfernen.
Der größte Teil derfelben liegt (als Domstein) bei dem
Domeingang. Hinter dem Hochaltare wird der Leibrock
desu als kostbarer Domschatz aufbewahrt.
4. Die Basilika, ein langer, hoher Bau, war an⸗
fänglich eine römische Gerichts- und Kaufhalle, wurde aber
            
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