Full text : Heimatkunde des Regierungsbezirkes Trier und des Saargebietes

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erhielt schon 1291 Stadtrechte. Von einer Anhöhe nahe der
Stadt blicken die Ruinen der Burg Landshut ins Tal. Diese
gehörte früher den Erzbischöfen von Trier, die sich häufig in
der Burg aufhielten (Bernkasteler Doktorwein) und sogar Geld
in Bernkastel prägen ließen. Wegen der herrlichen Vage der
Stadt und ihrer altertümlichen Bauten (Rathaus, Apotheke u. a.
am Marktplatz) wird Bernkastel viel von Fremden besucht. Es
gibt dort auch Brauereien, Brennereien, eine Blaudruck und
eine Maschinenfabrik. Über die Mosel führt eine eiserne Brücke
nach dem gegenüberliegenden Stadtteil Cues. Hier befindet
sich ein Spital, eine Stiftung des berühmten Kardinals und
Schriftstellers Nikolaus Cusanus (1401 -1464). Veldenz
mit seiner hochgelegenen Burg (Sage vom Treuring) ist ein
beliebter Ausflugsort. Es bildete früher mit den umliegenden
Ortschaften die Grafschaft Veldenz, in der im 16. Jahrhundert
die Reformation eingeführt wurde Neumagenag. d-Mosel
war ein römischer Stationsort und lag an der römischen Heer⸗
straße von Bingen nach Trier. Kaiser Konstantin hatte hier
einen Palast. Der Sage nach soll die Kreuzerscheinung Kon—
stantins dort stattgefunden haben. Das dortige römische Kastell
hatte 14 Türme umd eine Größe von 128 a. In den Jahren
1884 /85 fanden in Neumagen Nachgrabungen nach bedeulenden
römischen Altertümern statt. Diese geben durch ihre künstlerische
Ausführung, wie den wohlerhaltenen Zustand treffliche Auf—
schlüsse üher Leben, Treiben und Beschäftigung der da—
maligen Bewohner Neumagens aus der Zeit der drei ersten
Jahrhunderte unserer Zeitrechnuung. Neumagen, Duse⸗
mond, Mühlheim, Lieser, Graach, Wehlen
(mit Klostergut Machern, Zeltingen, und Erden sind
nennenswerte Weinorte. Kempfeld, Morbach, Rhau—
nen und Thalfang sind bedeutende Marktflecken auf dem
Hunsrück. Rhaunen war früher der Sitz eines Hochgerichts.
Bei Dhronecken, Hunolstein und Bischofsdhron findet man noch
die gut erhaltenen Ruinen ehemaliger Burgen. Bei Hinze
ratth (auf dem Hunsrück) liegt der „stumpfe Turm“, ein zylin⸗
drischer Bau von 6,m Durchmesser. In seiner Umgebung sind
viele Überbleibsel römischer Bauwerke

835. Der Landkreis Trier.
der größte Kreis des Regierungsbezirks, liegt zu beiden
Seiten der Mosel. Der auf der linken Seite gelegene Teil
wird von der Eifel, der andere vom Hunsrüdk durchzogen.
Während sich das Moseltal einer milden Witterung erfreut
und Wein und edle Obstsorten zeitigt, sind die angrenzenden
Höhen weniger ergiebig. Uberhaupt hat der Landkreis
            
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