Full text : Heimatkunde des Regierungsbezirkes Trier und des Saargebietes

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Weizen und Gerste gebaut. Der Kartoffelbau liefert durch—
schnittlich einen sehr reichen Ertrag; weniger ergiebig ist
der Hanf⸗, Flachs- und Rapsbau. Wiesen in günstiger Lage
geben viel und süßes Futter. Darum ist die Viehzucht
bedeutender als der Ackerbau. Die Wälder, die früher fast
1, des Bodens bedeckten, schwinden mehr und mehr, so
daß das Brennholz immer seltener und teurer und durch
Steinkohlen und Briketts ersetzt wird. Doch sucht man
diesem Übelstand durch Aufforstung wieder abzuhelfen.
Der schönste Wald ist der staatliche Forst an der Kyll. Die
410 Wohnplätze, die sich auf 1 Stadt- und 140 Land—
gemeinden verteilen, liegen in der Regel weit voneinander;
sie sind meist von mäßigem Umfang. Am größten sind
Prüm, Schönecken, Waxweiler und Stadtkyll. Kein anderer
Kreis ist so dünn bevölkert wie der Kreis Prüm (auf J qkm
etwa 39, im Kreis Saarbrücken (Land) dagegen ungefähr
520 Einw.). Die Einwohner beschäftigen sich mit Ackerbau
und Viehzucht. Doch hat der Kreis auch viele Brauereien,
Branntweinbrennereien, Gerbereien und Steinbrüche. Die
Gerbereien liefern ein sehr gutes Leder. Andere Verkaufs—
gegenstände sind Kalk, Holz, Lohe, Rindvieh, Schafe und
Schweine.
Der Kreis wird bewässert von der Kyll, der Prüm
mit der Nims und der Our mit der Irres. Vier Eisenbahnen,
die Kyllbahn, die Linien Gerolstein-St. Vith- (Aachen),
Pronsfeld⸗Warxweiler und Pronsfeld-Neuerburg, gehen
durch den Kreis.

Die Kreisstadt Prüm (2800 E.) hat ein Lehrerseminar,
ein Gymnasium, ein Konvikt, eine Präparandenschule, eine
höhere Mädchenschule, ein Amtsgericht und viele Gerbereien.
Dort wurde bereits im Anfang des 8. Jahrhunderts ein Kloster
gegründet, das Pippin der Kleine reich beschenkte und das unter
Karl d. Gr. vollendet wurde. Dessen Enkel, Kaiser Lothar,
starb darin als Mönch. Das alte Abteigebäude mit der doppel—
türmigen Abteikirche ist eine Zierde der Stadt. Birres born
a. d. Kyll versendet das bekannte Birresborner Mineralwasser.
Pronsfeld und Waxrweiler liegen an der Prüm;
letzteres hat ein Amtsgericht. Bleialf hatte früher reichlich
ausgebeutete Bleigruben. Bei Mürlenbach a. d. Kyll
erheben sich auf einem Bergabhange die Ruinen einer Burg, die
            
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