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um den Verwundeten beizustehen und sie zu den Verband⸗
plätzen zu bringen. Als heldenmütige Samariterin zeichnete
sich vor allen eine einfache Dienstmagd aus. Sie hieß
Katharina Weiß gerber, wurde aber nach ihrer Herrschaft
allgemein „Schultzen Kathrin“ genannt. Während der
Kampf noch tobte, eilte sie mit einer Bütte voll Wasser auf
dem Kopfe auf den Kampfplatz, um die Kämpfer und die
Verwundeten mit einem frischen Trunk zu laben. Ohne
auf den Kugelregen zu achten, drang sie sogar bis an den
Roten Berg vor. Ein Offizier rief ihr zu: „Weib, machen
Sie, daß Sie fortkommen! Sehen Sie denn nicht, daß hier
geschossen wird?“ „O jo, Här Leitnant, die schieße jo nit
uff mich“, erwiderte Kathrin. Sie setzte unerschrocken ihren
Liebesdienst bis zum Abend fort und half die Verwundeten
zum Verbandplatze tragen.
Als König Wilhelm einige Tage später nach Saar—
brücken kam und von der opfermutigen Tat hörte, verlieh
er der unerschrockenen Dienstmagd das „Eiserne Kreuz“.
Als sie hochbetagt starb, erhielt sie als einzige weibliche
Person ihre Grabstätte zwischen den Helden im Ehrental.
12. Was der Weltkrieg von 1914 —1918 dem Saar⸗
laude brachte. »a) Vor dem Kriege. Nach dem Kriege
gegen Frankreich erfreute sich unsere Heimat 43 Jahre des
Friedens und nahm während dieser Zeit einen ungeahnten
Aufschwung. Durch neue Erfindungen und die gewaltigen
Fortschritte der Technik erreichten Bergbau, Industrie, Handel
und Verkehr eine Blüte wie nie zuvor, so daß das Saargebiet
zu den gesegnetsten Gegenden unsers großen Vaterlandes zählte.
Die Bevölkerungszahl im eigentlichen Industrie- und Kohlen⸗
gebiet stieg fast auf das dreifache, und doch fand jeder sein gutes
Fortkommen; der Wohlstand mehrte sich von Jahr zu Jahr.
Die 3 Saarstädte, von denen Malstatt-Burbach als jüngste erst
1875 zur Stadt erhoben worden war, vereinigten sich am
1. April 1909 zur Großstadt Sgarbrücken, die damit zur be—
deutendsten Industrie⸗ und Handelsstadt Südwestdeutschlands
wurde und nun ein ununterbrochenes Ganzes bildet. Neun—
kirchen, die größte ländliche Gemeinde des Regierungsbezirks
Trier stieg auf 350 000 Seelen.
b)Währenddes Krieges (s. 850, Abschn. 134).
c) Fliegerschrecken. Der vergangene Krieg
war wohl der furchtbarste und folgenschwerste, der je ge⸗