Full text : Heimatkunde des Regierungsbezirkes Trier und des Saargebietes

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Sieg errungen, und die Franzosen zogen sich auf Metz
zurück. Aber 8500 Tote und über 4000 Verwundete hatte
der schwere Kampf uns gekostet.
*d) Nach der Schlacht. Bis zum Abend hatte die
Schlacht gedauert. Die erschöpften Truppen mußten während
der Nacht auf dem Schlachtfeld biwakieren. Sofort begann das
Liebeswerk an den Verwundeten, die zahlreich umherlagen und
mit ihrem herzzerreißenden Stöhnen und Wimmern die Nacht
erfüllten. Barmherzige Samariter eilten mit Fackeln und
Brubenlampen herbei, labten die armen Verwundeten und
zrachten sie nach den Verbandplätzen, in die Hospitäler und
Privathäuser. Schulhäuser und Säle wurden eiligst zu Laza—
cetten umgewandeilt, und fast jedes Haus wurde zum Hospital,
in dem die Einwohner Freund und Feind ohne Unterschied mit
rührender Sorgfalt pflegten.
Als am andern Tage die Morgensonne das Schlachtfeld
beleuchtete, bot dieses einen schauerlichen Anblick dar. Haufen—
weise iagen die toten Soldaten zwischen Waffen, Tornistern und
sriegsgerät in wildem Durcheinander umher. Die Toten wurden
gesammelt und die Heldengräber geschaufelt, in denen die Ge—
fallenen, in Reihen neben- und übereinandergelegt, zur letzten
Ruhe gebettet wurden. Am Roten Berge, auf den Höhen selbst,
im Giffertwalde und im Walde bei Stieringen erhoben sich über
100 Massen- und Einzelgräber, an denen ernste Totenfeiern
gehalten wurden. Die Stadt Saarbrücken aber ließ im Mocken—
tale, das nun den Namen Ehrental erhielt, einen Kriegerfriedhof
anlegen, auf dem die in den Lazaretten ihren Wunden erlegenen
Soldaten bestattet wurden. Im Jahre 18090 wurden auch viele
der in den zerstreut umherliegenden Gräbern ruhenden Krieger
umgebettet und erhielten ebenfalls eine gemeinsame Grabstätte
im Ehrental, wo jetzt über 500 heldenmütige Streiter unter den
mit Efeu überrankten Grabhügeln ruhen. Auch mancher Kriegs—
deteran hat später dort einen Ehrenplatz gefunden. Den Regi—
nentern aber, die in dieser Schlacht ruhmvoll mitgekämpft
haben, wurden an der Stätte ihres Opfer⸗ und Heldenmutes
sene ragenden Denkmäler gesetzt, die bis jett ein Ziel so vieler
Besucher des Spicherer Schlachtfeldes sind. Das gewaltige
Denkmal auf der Höhe des Winterberges in Form eines mäch⸗
tigen Turmes, der im untern Teil von einer runden Säulenhalle
umgeben ist, schaut weit in die Lande als bleibende Erinnerunç
an den Krieg von 1870.
e) Ein heldenmütiges Mädchen. Während
der Schlacht am Spicherer Berge nahmen sich die Bewohner
der Saarstädte in opfermutiger Weise der deutschen Krieger
an. Männer und Frauen eilten hinaus auf das Schlachtfeld,
            
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