Full text : Heimatkunde des Regierungsbezirkes Trier und des Saargebietes

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Kriegsandenken werden dem neugierigen Besucher gezeigt.
Alles dies erinnert an den großen Krieg gegen Frankreich, der
vor 50 Jahren hier seinen Anfang genommen hat.
P) Die Wacht an der Saar. Als der Krieg am
19. Juli erklärt war, stellte sich eine französische Armee bei For⸗
bach und Stieringen auf. In Saarbrücken war nur eine kleine
preußische Abteilung der Garnison unter Major v. Pestel zurück
geblieben. Man erwartete hier täglich den Feind, der die
Spicherer Höhen besetzt hatte und jeden Augenblick die nahe
Grenze überschreiten konnte. Jene tapfere Schar hielt treue
Wacht an der Saar und beobachtete Tag und Nacht die Be—
wegungen des nahen Feindes. 14 Tage lang verstand sie es,
diesen über die schwache Besatzung zu täuschen uünd einen Angriff
auf die Stadt zu verhindern. Am Morgen des 2. August aber
rückte General Frossard mit 30 000 Franzosen gegeun Saar—
hrücken vor. Stundenlang hielt das kleine Häuflein der wackern
Verteidiger dem übermächtigen Gegner stand, bis es nach
zähem Widerstande auf die rechte Saarseite nach St. Johann
zurückweichen mußte. Die Franzosen besetzten nun Saarbrücken
und die umliegenden Höhen. Sie beschossen vom kleinen Exrer—
zierplatz aus St. Johann und richteten besonders am Bahnhof
Schaden an. Kaiser Napoleon III. war selbst bei dem Gefecht
zugegen und stand mit seinem 15jährigen Sohne Lulu (Louis)
auf dem Nordrand des Exerzierplatzes (Sulustein). Feuer—
brände entstanden, und die Bevölkerung geriet in Angft und
Verwirrung.
c) Die Erstürmung der Spicherer Höhen. Nach
der Besetzung von Saarbruͤcken durch die Franzosen am 2. Au⸗
gust blieb die Stadt 3 Tage in deren Besitz; es war die ein⸗
zige deutsche Stadt, welche der Feind während des ganzen
Krieges betrat. Am 5. August verließen die Franzosen
plötzlich Saarbrücken und setzten sich auf den Spicherer
Höhen fest. Diese überragen das borgelagerte Tal be—
deutend. Die steilen, teils bewaldeten Höhen bilden eine
natürliche Festung, und die Franzosen hielten ihre Stellung
für uneinnehmbar. Am Vormittag des 6. August langte
die Vorhut der preußischen Truppen auf der Höhe hinter
Saarbrücken an. Alsbald begann ein Gefecht, das immer
größere Ausdehnung annahm. Die Preußen mußten durch
das den feindlichen Kugeln ausgesetzte Tal vordringen, um
die Höhen zu erstürmen. Der Sturm gelang unter den
größten Anstrengungen und schweren Opfern; der Feind
wurde aus seiner Stellung geworfen. Am Abend war der
            
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