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und störten ihn während der Predigt, so daß die Kirche
für längere Zeit geschlossen werden mußte. Die Gloden
wurden geraubt bis auf zwei kleine im Deutschhaus. Fran⸗
zösische Reiter lagerten sich einige Zeit in der Kirche zu
Malstatt und entfernten die Pfeifen aus der Orgel. Die
treuen Diener und Beamten des Fürsten brachte man nach
Mez und hielt sie dort mehrere Jahre als Geiseln in Ge—
fangenschaft.
Leiden der Bewohner. Aber auch die Bevös⸗
kerung hatte vieles zu erdulden. Sie wurde zu schweren Liefe⸗
rungen und Kriegssteuern gezwungen. Saarbrücken und St. Jo⸗
hann mußten allein in wenigen Jahren über Millionen Franken
aufbringen. Kaufleute und Besißende wurden geplündert unb
die Dörfer ausgeraubt. Den Bauern nahm man die Zugpferde
weg und ließ die Wälder durch die Hoizfrebler ruinieren Dazu
kamen schlechte Ernten, Teuerung umd Seuchen, so daß Bürger
und Bauern fast in Verzweiflung gerieten. Die Leiden umn
Bedrückungen wurden noch durch eigene franzosenfreundliche
Landsleute vermehrt. Zwei achtbare Bürger aus Güdingen
und Bübingen wurden von solchen Leuten be dem französischen
Machthaber Ehrmann fälschlich beschuldigt und gefänglich ein⸗
gezogen. Obwohl sie eidlich ihre Unschuld beteuerten, wurden
sie zum Tode verurteilt und am 11. Dezember 1793 auf dem
Schloßplatz durch das Fallbei hingerichtet. Das Jahr 17983
war so für die Grafschaft Saarbruͤden ein wahres Schreckensjahr.
d) Vergebliche Hoffnung. Umsonst erwartete
man hier Hilfe von den preußischen Truppen, die gegen die
Franzosen herangezogen waren und ihnen in der Ümgegend
blutige Gefechte sieferten. Sie besetzten sogar die umliegenden
Höhen von Saarbrücken Eschberg, Schwarzenberg, vudwigs⸗
bera, Halberg) und beschoffen das französische Lager auf dem
Winterbera. Doch erfolote der erwartete Angriff der Preußen
nicht, und diese blieben wochenlang untätig bei Saarbrüden
stehen. Die Bevölkerung hatte unterdessen schwer unter der
Willkür der Franzosen zu leiden. Im Oktober steckten sie die
fürstlichen Schlösser in Saarbrücken und auf dem Ludwigsberg
in Brand. Es kam zu keinem entscheidenden Kampfe mehr, und
die preußischen Truppen traten vor dem Winer den Rückzug
an. Wohl wurden die Franzofen im nächsten Jahr mehrmals
bei Kaiserslautern geschlagen. Als fie aber 1791 64 Trier ein⸗
rückten und dann nach dem Rheine vordrangen, war das Ver⸗
hängnis des Saarlandes besiegelt. 1797 wurde das ganze linke
Rheinufer und damit auch die Grafschaft Saarbrüden an
Frankreich abgetreten. Damit hatte die 700jährige Herr—
schaft der Grafen von Saarbrücken ein Ende.