Full text : Heimatkunde des Regierungsbezirkes Trier und des Saargebietes

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b) Fürst Ludwig (1768 1799. An ihn erinnern
noch heute die prächtige, von ihm vollendete Ludwigs—
kirche, der sie umgebende Ludwigsplatz und der Ludwigs—
berg im Ortsteile Malstatt. Da sein Vater durch seine
kostspielige Bautätigkeit, durch die vielen gewerblichen
Unternehmungen, die teils nicht einträglich waren, und
durch seine glänzende Hofhaltung ihm eine bedeutende
Schuld hinterließ, mußte er in der ersten Zeit seiner Re—
gierung sehr sparsam wirtschaften. Mit zaͤher Ausdauer
überwand er die Schwierigkeiten und wurde der Grafschaft
ein fürsorglicher Landesvater. Er führte das Werk seines
Vaters fort und traf manche segensreiche Einrichtungen
zur Verbesserung der Verwaltung, der Landwirtschaft und
der Industrie. Neue gewerbliche Anlagen wurden errichtet
und die Kohlenförderung gesteigert.
Fürst Ludwig hatte eine große Vorliebe für die
Soldaten und unterhielt eine eigene Leibtruppe, die
ihn viel Geld kostete. Eine andere Liebhaberei war die
Jagd, da die Waldungen sehr wildreich waren. Den
nach ihm benannten Ludwigsberg wandelte er in einen
Wildpark um und baute sich darauf ein hübsches Jagd—
schlößchen, auf dem er im Sommer wohnte. Häufig wurden
große Hofjagden abgehalten, an denen immer eine glänzende
Jagdgesellschaft teilnahm. Ebenso liebte der Fürst das
Theater. Am Ludwigsplatz ließ er ein eigenes Hof⸗—
schauspielhaus errichten, in dem er zur Freude der Zu—
schauer häufig selbst mitspielte. Seine zweite Gemahlin
war das „Gänsegretel von Fechingen“, welcher der Kaiser
später die Würde einer Reichsgräfin von Ottweiler verlieh.
Die französische Revolution bereitete der Herr—
schaft des Fürsten Ludwig ein jähes Ende. Als im Herbst
1792 ein französisches Heer in Saarbrücken einrückte, sah
er sich bald gezwungen, von Neunkirchen, wo er sich aufhielt,
über den Rhein zu entfliehen. Im Frühjahr 1794 starb er
in Aschaffenburg, ohne sein Land wiedergesehen zu haben.
*c) Heinrich,der lezte Sgarbrücker Fürst,
konnte nach seines Vaters Tode die Herrschaft seines Erbes
nicht antreten, da die Franzosen sein Land besetzt hielten. Als
            
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