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Einsiedler Gott zu dienen. Als Hirt eines reichen Edelmannes
soll er einst mit seiner Schafherde in die Gegend des heutigen
St. Wendel gekommen sein, wo es an Wasser fehlte. Muf sein
Gebet sei eine Quelle hervorgesprudelt, an der er sich mit seiner
Herde laben konnte. So entstand der Wendelsbrunnen unweit
der Stadt, der noch heute fließt und von frommen Pilgern viel
besucht wird. Später trat Wendelinus als Mönch in das Kloster
Tholey ein, zu dessen erstem Abt er wegen seines vorbildlichen
und heiligmäßigen Lebens erwählt wurde. Er predigte in der
Umgegend das Christentum und bekehrte viele Heiden. Seine
Gebeine werden in der Pfarrkirche zu St. Wendel in einem
kostbaren Schrein aufbewahrt. — Ein Zeitgenosse von ihm war
der hl. Ingobert, ein frommer Einsiedler und Verkünder
des christlichen Glaubens, dem St. Inagbert seinen Namen
verdankt, wo er auch starb.
d), Der hl. Arnualdus. Auch St. Arnual (bei Saar—⸗
brücken) ist ein Ort, der von einem Glaubensboten und Ein—
siedler unserer Heimat den Namen hat. Der hI. A rnualdus
war um das Jahr 600 Bischof in Metz. Nach der UÜberlieferung
zog er sich später als Einsiebler in die Heidenkapelle am Halbers
zurück, um die heidnischen Bewohner der Gegend dem Christentum
zu gewinnen. Er ist der Gründer des Klosters St. Ärnual,
in dem er auch seine letzte Ruhestätte fand.
e) Der hl. Arnulf. Ein Nachfolger des hl. Arnualdus
auf dem Meser Bischofsstuhl, der hii. Arnulf, feßte das
begonnene Werk der deidenbekehrung an der Saar fort. Er
baute in einem Fischerdörfchen an der Saar eine Kapelle zu
Ehren des hl. Johannes des Täufers, wovon das Dorf den
Namen St. Joh änn erhielt. Es ist der Ursprung des jetzigen
Stadtteils St. Johann.
Auch andere Klöster von hohem Alter, wie Mettlach, Frau—
lautern, Wadgassen imd Neumünster (bei Ottweiler), bisdeten
wie das Stift St. Arnual Jahrhunderte lang Mittelpuntte
des kirchlichen und religiösen Tebens im Saar⸗ und Bliesgau.
5. Wie die Grafschaft Saarbrücken entstand.
»a) Aus den Gauenentstehen Grafschaften. Den
größten Bestandteil des heutigen Saargebietes bildete der ehe
malige Saargau. Zu Gaugrafen, welche die einzelnen Gaue des
fränkischen Reiches zu verwalten hatten, wählte der König kuchtige
und verdiente Männer von vornehmer Herkunft. Mit der Zeit
wurde das Amt eines Gaugrafen erblich und ging vom Vater
auf den Sohn über. Der Graf hatte neben der Nußnießung
seines Lehens meist auch mehrere eigene Güter, die er zu ver—
größern und zu vermehren suchte. Die alten Gaue lösten sich
infolgedessen allmählich in Grafschaften auf, die oft aus ver—
schiedenen Gebieten bestanden, aber doch als Besißztum desselben