Full text : Heimatkunde des Regierungsbezirkes Trier und des Saargebietes

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Gaugraf. Er verwaltete denselben im Namen des Königs,
war Richter, Anführer des Heerbannes, erhob die Steuern und
3 die Aufsicht über die im Gau gelegenen Königsgüter. Als
Wohnsiß erhielt er ein Lehnsgut. Gewöhnlich dreimal im Jahre
saß er auf der Malstätte in Gegenwart der Freien zu F
Der Name des Stadtteils Malstatt erinnert heute noch an solch
eine alte Gerichtsstätte, die sich wahrscheinlich dort befand, wo
jetzt die evangelische Kirche steht. Die Gaugrafen, die ursprüng—
lich vom König eingesetzt wurden, machten sich mit der Zeit
ee —3 und wurden fo selbständige Fürsten ihres
ebietes.

4. Wie im Saarland das Christentum verbreitet wurde.
er hl. Remig ius. Während in den Städten Trier und
Metz schon im 1. Jahrh. das Christentum eingeführt wurde und
von dort aus sich allmählich immer weiter ausbreitete, gelangte
es in den entlegenen und waldreichen Gebieten an der Saar
und Blies erst viel später zur Kenntnis der Bewohner. Be—
sonders haben sich die Bischöfe von Metz um seine Ausbreitung
in unserer Gegend erfolgreich bemüht. Obgleich schon zur Zeit
der Römerherrschaft durch die vielen christlichen Soldaten der
Same der christlichen Religion bei uns ausgestreut wurde, so
hing doch die heidnische Bevölkerung zu fest an ihren Sitten
Ind Gebräuchen und haßte zu sehr die neue und fremdartige
Lehre, als daß sie dieselbe freiwillig angenommen hätte. Als
aber nach der Bekehrung des Königs Chlodwig die Franken
allmählich das Christentum annahmen, wurde auch der Wider—
stand der heidnischen Saarbewohner nach und nach gebrochen.
Chlodwigs Sohn schenkte dem Bischof Remigius von
Reims, der Chlodwig getauft hatte, einen Königshof in der
Nähe der Saar, der später von seinen christlich gewordenen
Bewohnern ihrem Bischof zu Ehren Bischofsheim genannt
wurde, woraus der Name Bischmisheim entstand. Der hl. Re—
migius hat sich große Verdienste um die Ausbreitung des
Christentums in unserer Heimat erworben (Remigiuskloster bei
duhh weshalb ihm auch mehrere Kirchen geweiht und einige
Ortschaften nach ihm benannt wurden.
b) Die Abtei Tholey. Ein wichtiger Stüßpunkt
für das Christentum wurde auch die Abtei Tholey (im Kreise
Ottweiler). Ein reicher Edelmann, namens Grimo, ließ dort
auf seinen Gütern um das Jahr 600 ein Kloster errichten und
beschenkte es reichlich. Die Benediktinermönche ließen sich be—
onders die Verbreitimg der christlichen Religion angelegen sein.
Der erste Abt des Klosters soll der hl. Wendelinus gewesen sein.
Die neu hergestellte Abteikirche ist jett die e in Tholeh.
8 er hl. Wendelinuüs, von der die Stadt
St. Wendel ihren Namen hat, war ein frommer Königssohn
aus Schottland und kam nach Doutschland, um hier als armer
Schiffels, Heimatkunde von Trier. 7. Aufl.
            
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