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ganze linke Rheinufer wurde an diese abgetreten und nach
dem Muster der Republik in vier Verwaltungsbezirke
Departements) eingeteilt, die nach französischen Gesetzen
verwaltet wurden. Überall wurden in feierlicher Weise
die neuen Behörden eingesetzt und Freiheitsbäume auf—
gerichtet. Die Bewohner hießen fortan Bürger. Die christ—
lichen Sonn⸗ und Feiertage wurden aufgehoben und eine
neue Zeitrechnung eingefuͤhrt. 1802 wurden alle Klöster,
die nicht dem Unterrichte oder der Krankenpflege dienten,
aufgehoben und deren Güter eingezogen.
12. Das trierische Land kommt an Preußen.
Zwanzig Jahre blieb das linke Rheinufer unter der fran—
zösischen Fremdherrschaft. Da schlug die Stunde der Be—
freiung. Frankreich wude 1815 durch den Wiener Kongreß
genötigt, die eroberten Gebiete wieder abzutreten. Die
preußischen Gebiete am Rhein umfaßten anfangs zwei
Provinzen: Jülich-Cleve-Berg und Niederrhein. Beide
wurden später (1829 zur Rheinprovinz vereinigt. Der
südwestliche Teil derselben ist der Regierungsbezirk Trier.
Unter der hundertjährigen Regierung der Hohenzollern hat
sich das trierische Land von den Stürmen der Vergangenheit
erholt und zu hoher Blüte entfaltet.
13. Was der Weltkrieg dem trierischen Lande
brachte. a) Als im Sommer 1914 der große Krieg ausbrach
begann für das trierische Land wieder eine schlimme Zeit.
Alle waffenfähigen Männer und Jünglinge mußten ihre
friedliche Beschäftigung verlassen und in den Krieg ziehen.
Die Arbeit blieb den übrigen Männern, den Frauen und
der Jugend überlassen. Bald kam zu den schweren Kriegs⸗
sorgen die bittere Not. Die Nahrungsmittel wurden,
wie auch die andern Lebensbedürfnisse, immer knapper und
mußten vom Staat gleichmäßig verteilt werden, damit
die ärmeren Leute und diejenigen ,die selbst nichts pflanzten,
nicht verhungerten. Die allgemeine Teuerung nahm
immer mehr zu, so daß heute noch fast alles zehnmal so
teuer oder noch teurer ist als vor dem Kriege. Mit Sehn—-sucht
gedenkt jeder der guten alten Zeiten, die wohl so
bald nicht wieder kommen werden.