Full text : Heimatkunde des Regierungsbezirkes Trier und des Saargebietes

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demütigen. Er hatte manchen Kampf mit ihnen zu bestehen.
Auch seinen unbotmäßigen Lehnsmann Jakob von Montclair
brachte er mit Gewalt zum Gehorsam zurück. Um den
handel und Verkehr zu fördern, ließ er Straßen anlegen
und Brücken bauen. In den fruchtbaren Jahren sammelte
er Vorräte für die Zeit der Not. Die Verwaltung seines
Landes war genau geregelt und bestand in der von ihm
eingeführten Ordnung bis zum Untergang des Erzstifts.
Es war in zwei Oberaͤmter eingeteilt: das Obererzstift mit
der Hauptstadt Trier und das Niedererzstift mit der Haupt⸗
stadt Coblenz. Jedes Oberamt war in Amter eingeteilt.
An ihrer Spitze stand der vom Kurfürsten ernannte Amt⸗
mann. Für die kirchlichen Verhältnisse sorgte er mit gleichem
Eifer. Insbesondere suchte er die gesunkene kirchliche Zucht
wieder herzustellen und das kirchliche Leben zu fördern.
Zweimal hat er als Stellvertreter des Kaisers die Ver—
waltung des deutschen Reiches übernommen und dreimal
einen Kaiser wählen helfen. Beim erstenmal ging sein
Bruder Heinrich VII. aus der Wahl hervor; außerdem
beteiligte er sich an der Wahl Ludwigs von Bayern und
Karls IV. Erzbischof Balduin war der Schöpfer der
GBröße und Einrichtung des Kurstaates Trier. Die Stadt
Trier hat ihm in dem Balduinsbrunnen (nahe am Eingang
in die Stadt vom Hauptbahnhof aus) ein schönes Denkmal
gesetzt.
11. Das trierische Land kommt in die Gewalt der
Franzosen. Im Jahr 1794 rückte ein französisches Heer in
das trierische Land ein, um sich der Stadt Trier zu be⸗
mächtigen. Es nahm Merzig und erstürmte die Pellinger
Schanzen, welche die Stadt Trier schützen sollten. Diese
wurde nun von den deutschen Truppen preisgegeben, und
bereits am 9. August rüdtten die Franzosen in Trier ein,
wo sie schrecklich hausten. Die Kirchen wurden entweiht
und die Klöster und andere Häuser geplündert; der Dom
wurde in einen Futterraum umgewandelt. Außerdem
wurden die Bewohner zu einer drückenden Kriegssteuer
herangezogen. Bald mußte sich auch Coblenz ergeben, und
o war das Erzstift in der Gewalt der Franzosen. Das
            
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