Full text : Die Bergschäden im Saarrevier

An den Rändern des Abbaufeldes dagegen, finden sich die
Schienenköpfe auseinandergezogen. Die Schiebungen bezw.
Zerrungen äußern sich hier oft so stark, daß eine Lageänderung
der Schwellen, an denen die Schienen befestigt sind, eintritt.
Die Pressungen und Schiebungen treten auch wohl deutlich
 an den Grenzlinien von Grundstücken in die Erscheinung.
Ursprünglich in einer Messungslinie, in einer geraden Linie,
stehende Grenzsteine, finden sich oft nach den bergbaulichen
Einwirkungen gegenseitig um mehrere Dezimeter bis Meter
verschoben. Zäune. Mauern, Wasserläufe, Kanäle, ja selbst
Häuser werden aus ihrer ursprünglichen Lage in eine andere,
oft beträchtlich von der früheren abweichende gebracht.
Grenzlinien, an denen entlang in früheren Jahren Häuser gebaut
 wurden, gehen nach Eintritt der Verschiebungen mitten
durch die Häuser; es entstehen die schwierigsten Girenzverschiebungen
 und Grenzverzerrungen, so daß sich in einem
stark bebauten Gelände kaum mehr die Grenzlinien in ihrer ursprünglichen
 Lage vor Eintritt der bergbaulichen Einwirkungen,
 herstellen lassen.
Mit den Geländeschiebungen erhalten natürlich auch die
trigonometrischen und polygonometrischen Festpunkte der
Landesaufnahme und der Markscheider, überhaupt aller Vermessungsbeamten,
 eine andere Lage und es finden sich über
ausgedehnten Abbaufeldern, im weiten Umkreise, kaum mehr
egine Anschlußseite zu neuen Messungen in alter unveränderter
Lage. Hier ist für die Vermessungsbeamten die größte Vorsicht
 geboten. Es ist vorgekommen, daß bei Anschlußmessungen
 sich noch vier aufeinander folgende Polygonpunkte in ihrer
irüheren gegenseitigen Winkel- und Längenlage zueinander
vorfanden und angenommen werden konnte, daß keine Verschiebungen
 der Polygonpunkte eingetreten seien. Bei weiterer
 Untersuchung fand sich jedoch, daß diese vier Punkte
wahrscheinlich auf einer zusammenhängend gebliebenen Gebirgsscholle
 lagen und sich mit dieser durch die Abbaueinwirkungen
 zusammenhängend verschoben hatten und daher die
früheren Koordinaten der Polygonpunkte nicht mehr als zuireffend
 angenommen werden konnten.
Zur Ermittelung der Größe der Verschiebungen wurden
seit vielen Jahren neben den Nivellements zu Feststellungen
von Bodensenkungen auch polygonometrische Messungen ausgeführt
 im Anschluß an Festpunkte, welche ganz außerhalb
des Einwirkungsbereichs der Grubenbaue liegen und danach

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