Full text : Die Bergschäden im Saarrevier

ireigelegten Schichten bemerkbar macht, die so weit gehen
kann, daß in der Firste. der Hohlräume dünne Gesteinsschalen
sxplosionsartig abgesprengt werden.
Für den zunehmenden Druck sprechen auch die in größeren
 Tiefen sich bemerkbar machenden Erscheinungen, daß im
weichen Schiefertongebirge das Liegende quillt und ziemlich
schnell in die darin aufgefahrenen Strecken hineingedrückt
wird, ferner, die in den Alpentunnels bei überlagerndem Gebirge
 von 1500 bis 2000 m Höhe beobachteten „Bergschüsse”,
Diese gewaltigen Gebirgslasten führen schon bei verhältnismäßig
 geringen Querschnitten der Tunnelhohlräume zu Absprengungen
 von Gesteinsschalen mit starken Knallerscheinungen
 aus vollständig gesundem Gebirge,
Jedes Teilchen eines Gesteins wird von den darüber
tagernden Schichten gedrückt. Dieser Druck wirkt nicht nur
in senkrechter, sondern auch in wagerechter Richtung. Weiche
und nachgiebige Schichten übertragen den Druck allseitig
und pflanzen ihn, ohne selbst zu tragen, über die:obere und
untere Begrenzung fort. Homogene Schichten von großer Druckfestigkeit
 und Mächtigkeit, wie dickbänkige Sandstein- u.Konglomeratschichten
 nehmen den auf ihnen lastenden Druck auf,
so daß dieser nicht immer proportional mit der Tiefe zunimmt,
sondern 6iters in einer gewissen Tiefe sprunghait einsetzt.
Die Untersuchungen über die Zunahme des Druckes nach
der Teufe hin, sind durch die Beziehungen, die zwischen Gewicht
 und Widerstand gegen Bruch bei den Gebirgsschichten
vestehen, sehr verwickelter Natur. Mit der Dicke einer Gebirgsschicht
 wächst nicht nur ihr Gewicht, sondern auch ihr
Bruchwiderstand bis zu einer gewissen Grenze.
Die nahe an Tage betriebenen Strecken und der dort geführte
 Abbau unterstehen keinem hohen Druck: sie halten sich
daher oft sehr lange offen, haben aber bei ihrem Zusammenbrechen
 vielfach Tagebrüche im Gefolge. Diese treten nicht
nur in dem zu Tage ausgehenden Steinkohlengebirge ein, sondern
 auch in überlagernden Schichten des Buntsandsteins und
in diluvialen und alluvialen Ablagerungen. Es sind meist trichterförmige
 Einbrüche der Erdoberfläche, in denen die losen
Massen in den Bruch hinab, in die unterirdischen Hohlräume
hinabsinken. Die an Tage verbleibenden Einsenkungen werden
 „Pingen‘‘ oder auch „Kessel“ genannt.
Mit dem Niedergehen des Bergbaues nach der Teufe, bilden
 sich keine Tagebrüche mehr. Bestimmend wirken hier

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