durch geeignetes Zusetzen der Hohlräume die Erdoberfläche zu
schützen. Dort, wo es geboten war, wurde ein Sicherheitspfeiler
festgelegt, dessen Grenzen in nächster Nähe der zu
schützenden Fläche mit senkrechten Ebenen begrenzt war. Bei
dem großen Kohlenreichtum kam es auf einen stehen zu lassenden
Sicherheitspieiler, der auch in der Regel keine große Fläche
einnahm, mehr oder weniger nicht an. Von den Einwirkungen
des Zusammenbrechens der durch den Abbau geschaffenen
Hohlräume auf die Erdoberfläche bestanden nur unklare, theoretische,
auf keine sicheren Beobachtungen und Erfahrungen
sich stützende Vorstellungen.
Bis in die 1880er Jahre hinein kam nur Bruchbau, je naclı
den örtlichen Verhältnissen als streichender, schwebender oder
diagonaler Pfeilerbau zur Anwendung, wobei das Bestreben
vorlag, die fallenden Berge auf die billigste Weise von Ort und
Stelle zu schaffen, entweder dadurch, daß sie in den alten Mann
versetzt oder zu Tage hin, nach den Bergehalden gebracht
wurden. Die Bergleute zogen meistens den letzten Weg vor;
er war für sie der einfachste und auch der vorteilhaiteste. Sie
betrachteten die Bergeförderung und besonders das Versetzen
der Berge als eine sehr lästige Zugabe zur Kohlengewinnung
und waren stets bestrebt, die Berge auf die für sie einfachste
und vorteilhafteste Weise aus ihrem Arbeitsort fortzuschaffen,
Es bedurfte jahrelanger eingehender Ermahnungen seitens der
Aufsichtsbeamten, um die Bergleute nach und nach dahin zu
bringen. die fallenden Berge möglichst in der Grube zu belassen,
sie in die Hohlräume zu versetzen.
Bei dem früher betriebenen Pfieilerbau war es oft nicht zu
vermeiden, daß bei eintretendem hohen Druck oft mehrere
Pfeiler „zu Bruche gingen“, d. h. daß das Hangende zwischen
mehreren Kohlenpfifeilern hereinbrach. Bei dem Bestreben,
möglichst viele Kohlen zu gewinnen und der Abneigung der
Bergleute gegen das Versetzen der Berge, blieben vielfach
diese Pfeiler stehen und es wurden nur die Kohlenpfeiler abgebaut,
bei denen die Kohlen möglichst bequem und billig gewonnen
werden konnten. Auch bei der teilweise damals noch vorherrschenden
Ansicht, daß die Erdoberfläche gegen Hereinbrechen
durch das Stehenlassen von Kohlenpfeilern geschützt
werden könnte, blieben Pfeiler stehen, die später bei einem Abbau
auf tiefer gelegenen Flözen in Bewegung gebracht, sich in
der schädlichsten Weise an Tage ausgewirkt haben.
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