Full text : Geschichte der Saarbrücker Bergschule

4. Zukünftige Gestaltung des Saarbrücker
Bergschulwesens.

Von Bergassessor Fritz Jüngst.

Einleitung.

Die Saarbrücker Bergschule hat seit dem Beginn ihres Bestehens eine
ganze Reihe von Umänderungen und Erweiterungen durchgemacht. Aus kleinen
Anfängen hervorgehend und lange Zeit hindurch mit kleinen Mitteln arbeitend,
hat sie es dennoch versucht, mit der rastlosen Entwickelung der Technik Schritt
zu halten, und der immer weitere Ziele fordernden Ausbildung der Beamtenschaft
nach technischer und sozialer Richtung hin Rechnung zu tragen.
Wenn sich trotzdem im Laufe des letzten Jahrzehnts immer dringender
der Wunsch nach einer völligen Umgestaltung auf breiter, neuer Grundlage geltend
machte, so hatte das verschiedene Gründe:
Zunächst setzten die bis aufs äusserste ausgenutzten, bedrängten Raumverhältnisse
 der Schule in den letzten Jahren selbst den bescheiden fortschreitenden
 Verbesserungsbestrebungen an der inneren Organisation einen Damm entgegen.
 Die eintretende Spannung zwischen der Leistungsfähigkeit der Schule und
den Bedürfnissen des stets erweiterten Betriebes der Werke, sowohl inbetreff der
Ausbildung als auch inbetreff der Schüleranzahl, ließ sich nicht mehr ausgleichen.
Dazu hatten die Verteilung der Vorstufen des Unterrichtes auf den ganzen
Direktionsbezirk und das dem historischen Entwicklungsgange des Bergschulwesens
 entsprechende, lockere Verhältnis der Vorschulen zur Hauptschule den
Übelstand im Gefolge, daß ein einheitlicher Stufenaufbau der Gesamtausbildung
visher noch nicht erreicht werden konnte. Die überaus verschiedenartige Vorbildung
der in den Altersstufen von 14 bis zu 18 Jahren stehenden, auf den Werksschulen
aber zu wenigen Klassen zusammengefaßten jungen Bergleute erschwerte eine
arfolgreiche Weiterbildung in den Elementarfächern außerordentlich. Die auf
diesem Gebiete zahlreich vorgenommenen Verbesserungsversuche im einzelnen
mußten endlich zu einer einheitlichen Regelung des Organisationsplanes auch
für die Werksschulen führen.
Dazu trat noch ein weiterer, sehr wesentlicher Umstand: Gerade in diesem
Jahrzehnt hat sich nicht nur im hiesigen Revier, sondern auch im ganzen Lande
die Überzeugung Bahn gebrochen, daß mit der gleichmäßigen Ausbildung in
allen dem Bergbau dienenden, technischen Disziplinen die andrerseits erforderliche
 Gründlichkeit in den Einzelwissenschaften kaum mehr vereinbar ist. Vor
            
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