In letzterer befindet sich ein besonderer Eingang zur Wohnung des Direktors.
Die im übrigen einförmig gehaltene glatte Fläche dieser Westseite wird wirkungsvoll
durch das in ihrer Mitte erkerartig vorspringende Türmchen unterbrochen, welches
mit stark gewölbter Kuppel über das Seitendach hervorragt.
An der Ostseite schließt sich ein geräumiger Flügelbau nach Süden hin an.
Seine sichtbare Vorderseite enthält gleich der Hauptfront drei Reihen breiter
Klassenfenster. Die architektonisch nicht zur Wirkung gelangende Rückseite ist
einfach gehalten. Den geradlinigen Dachfirst des Mittelbaues krönt ein schlankes
Türmchen. Es vereint in sich die künstlerische Berechtigung und den praktischen
Zweck einer guten Lüftung der Bodenräume. Das Material für den Sockel des
Schulhauses besteht aus Niedermendiger Basaltlava. Die Umfassungsmauern der
drei sichtbaren Fronten sind in Backsteinmauerung aufgeführt und mit Hausteinen
von gelbem Lauterecker Sandstein verblendet. Für die Hinterfront dagegen kamen
Buntsandsteinbruchsteine aus hiesiger Gegend zur Verwendung. Das steile Dach
ist mit Schieferplättchen nach deutscher Art eingedecgckt.
Die gesamte Grundfläche des Gebäudes beträgt 849,68 Quadratmeter,
seine Höhe von der Kellersohle bis zum Dachfuße 17,25 Meter.
Hinsichtlich der Zahl und Anordnung der inneren Räume sei auf die in
der Anlage befindlichen grundrißlichen Darstellungen verwiesen. Hier möge nur
das Wichtigste hervorgehoben werden.
Im südlichen Flügel des Kellergeschosses liegt die aus 4 Zimmern, Küche,
Keller und Flur bestehende Wohnung des Schuldieners, welche ihren besonderen
Eingang vom Schulhofe aus besitzt.
Ein Kellerraum ist als Badeanstalt für die Schüler eingerichtet.
Die übrigen Kellerräume dienen zu Waschzwecken, zur Unterbringung
der Heizanlage, zur Einrichtung einer Dunkelkammer und als Aufbewahrungsräume.
Durch den Haupteingang gelangt man über eine breite Treppe zum
Flur des Erdgeschosses. In ihm liegen die Aufstellungsräume für die verschiedenen
technischen und naturwissenschaftlichen Sammlungen (s. Seite 33 und 34) sowie für
die Bibliothek.
Im ersten Stockwerk befinden sich nach Osten in dem Flügelanbau drei
Schulzimmer (s. Seite 35), während sich in dem Hauptgebäude nach Norden ein
Zeichensaal mit einem Aufbewahrungsraum für Zeichenutensilien anschließt. Neben
letzterem folgt. das Arbeitszimmer des Direktors mit Vorzimmer sowie das Lehrerzimmer.
Die übrigen 3 Räume gehören zu der im zweiten Stockwerk liegenden
Wohnung des Direktors. Von dieser ist der Zugang zur Schule in den einzelnen
Korridoren durch Glastüren gesperrt.
Das zweite Stockwerk umfaßt 3 Klassenzimmer und einen Zeichensaal in
zleicher Lage wie im ersten , während der westliche Teil die Direktorwohnung
aus 5 Zimmern, Küche, Speisekammer und Badezimmer bestehend, enthält.
Im Dachgeschoß liegen 2 zur Direktorwohnung gehörige Kammern und
eine Anzahl von Speicherräumen.
Die Klassenzimmer sind für je 25 Schüler bemessen. Die für diese Anzahl
nötige Sitzfläche ist auf 9 Meter Länge und 6 Meter Breite angenommen, die
Gesamtgrundfläche der Zimmer beträgt 54 Quadratmeter.