schien wegen seiner zentralen Lage und Nähe am Bahnhof St. Johann besonders
geeignet.
Die Kosten des neuen Schulhauses wurden einschließlich der inneren
Einrichtung auf 286 000 Mark festgesetzt. Der dem Bau zugrunde gelegte
Bauplan ist von dem bautechnischen Mitgliede der Königlichen Bergwerksdirektion,
Baurat Giseke, entworfen und in der Bauabteilung des Ministeriums der
öffentlichen Arbeiten, welcher die Prüfung des Entwurfes oblag, mit geringen
Änderungen genehmigt worden,
b) Die Bauarbeiten.
Die Vorarbeiten zum Neubau begannen im August 1904. Bis zum November
waren die Fundamentierungsarbeiten bis Oberkante Sockel beendet. Mit ihrer
Ausführung wie der des weiteren Baues wurden zwei Saarbrücker Baugeschäfte,
Pitz und Liebmann, beauftragt, während die Leitung und Beaufsichtigung
der Bauarbeiten dem Baubureau der Königlichen Bergwerksdirektion, insonderheit
lem Bautechniker Neu, zugewiesen wurde. Ende Juli 1905 erfolgte die baupolizeiliche
Abnahme des Rohbaues. Im September 1905 fand das Richtfest statt.
Die Bauarbeiten gingen ohne Unterbrechung von statten. Ende November 1906
konnte das Winterhalbjahr. der Schule ‚bereits in dem neuen Schulhause eröffnet
werden. . Die Vollendung der inneren Einrichtung, vor allem der 5Sammlungs--äume’
ist dagegen erst im Laufe des Jahres 1907 erfolgt.
c) Beschreibung des Schulgebäudes.
Wenngleich auf die Durchführung eines ‚einheitlichen Stiles verzichtet
worden ist, so gewährt das Gebäude dennoch ‘infolge seiner gediegenen und
geschmack vollen Ausführung einen geschlossenen architektonischen Anblick.
In der einfach gehaltenen. 46 m breiten Vorderseite springt der mit
reicher Ornamentik versehene Mittelbau nur um 0,70 m vor. . In ihm liegt das
Haupteingangsportal. Der über ihm befindliche Balkon, welchen man vom Arbeitszimmer
des Direktors betritt, trägt eine aus zierlich gehaltenem Maßwerk gefertigte
Balustrade. Die mittleren Fenster des zweiten .Stockwerkes werden von einem
Schilde gekrönt, welcher das Wahrzeichen des bergmännischen Standes von einem
Eichenlaubgewinde umgeben enthält. Der Giebel des Mittelbaues wie der Ostfront
ist mit reichem bildhauerischem Schmuck versehen. Er tritt in den die Ecktürmchen
tragenden bergmännischen Gnomen besonders hervor.
Die ornamentalen Verzierungen sind von dem Bildhauer Latterner
in Saarbrücken entworfen und in hellem Sandstein ausgeführt. Wie die nach
Norden belegene Vorderfront liegt auch die Ost- und Westseite des Gebäudes frei.