Full text : Geschichte der Saarbrücker Bergschule

3. Der Neubau der Bergschule in St. Johann.

Von Bergassessor Wewetzer.

a) Vorgeschichte.

As der von Mitte der neunziger Jahre an wachsende Bedarf an Grubenbeamten
A) zu einer Erhöhung der Schülerzahl der Saarbrücker Bergschule durch
die Einrichtung von Doppelklassen geführt hatte, boten die damaligen Räume
der alten Schule nicht mehr genügend Platz. Obwohl schon gelegentlich ihrer
Besichtigung im November 1898 bei der Generalbefahrung auf die Notwendigkeit
eines Neubaus der Bergschule hingewiesen und die Aufstellung eines Projektes
angeregt worden war, so wurde zunächst eine Erweiterung des alten Schulhauses
durch bauliche Veränderungen vorgenommen. Nach diesen konnten im Höchstfall
bis zu 100 Schülern gleichzeitig unterrichtet werden, wofür 4 Klassenzimmer und
ein im Hinterkhause der Schule eingerichteter Zeichensaal zur Verfügung standen,
während die noch verbleibenden beschränkten Räume für die Unterbringung der
Sammlungen, für das Arbeitszimmer des Direktors, ein Lehrerzimmer usw. nur notdürftig
 ausreichten. Infolge der lebhaften Entwickelung der Fettkohlengruben und
einer hiermit Hand in Hand gehenden weiteren Vermehrung der Stellen für
Grubenbeamte erschien jedoch eine Erhöhung der Schülerzahl bis auf 150 im
Laufe der nächsten Jahre unvermeidlich, wenn die Schule den voraussichtlich
an sie herantretenden Anforderungen genügen sollte. Da die Räume der alten
Schule zu jenem Zwecke keinesfalls mehr ausgereicht hätten, so war der Neubau
eines Bergschulgebäudes schon hierin begründet. Außerdem kam noch hinzu, daß
die Klassenzimmer der in enger Gasse gelegenen alten Schule den gesundheitlichen
 Anforderungen hinsichtlich Größe, Luft und Licht auch bei geringerer
Schülerzahl als der oben genannten nicht mehr entsprachen. Ferner waren noch
die zur Aufbewahrung der Sammlungen, für die Bibliothek, Registratur usw.
dienenden Räume mit der Zeit immer unzulänglicher geworden.
Nachdem die Verhandlungen über das Neubauprojekt mit der Bauabteilung
des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten zum Abschluß gebracht waren, erhielt die
Königliche Bergwerksdirektion durch Ministerial-Erlaß vom 25. Februar 1904 die
Ermächtigung, sofort mit den Vorbereitungen zum Neubau zu beginnen und diesen
aach der gesetzlichen Bewilligung der Mittel, welche auf Grund der Landtagsverhandlungen
 als gesichert gelten konnten, in Angriff zu nehmen.
Als Bauplatz wurde ein dem Bergfiskus gehörendes Grundstück an der
Triererstraße gegenüber der Königlichen Bergwerksdirektion ausersehen. Es
            
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