Fächern unterrichtenden Berginspektoren und sonstigen Grubenbeamten nicht
in der wünschenswerten Weise erreicht wurde, während die an der Hauptbergschule
angestellten Lehrkräfte bei der geringen Schülerzahl nur mangelhaft
ausgenutzt waren und trotzdem noch zahlreiche Hülfslehrer für den Unterricht
herangezogen werden mußten.
Die durch die Reorganisation von 1873 geschaffene Schulverfassung hatte
daher, obgleich sie die Schule zur Ausbildung einer dem gesteigerten Bedarf entsprechenden
Schülerzahl befähigte, einen organischen Aufbau des Ausbildungsganges
nicht zu erreichen vermocht. Den Hauptgrund für diesen Mißerfolg sah
man in der bereits in der Schule stattfindenden Trennung der Anwärter für die
oberen und unteren Werksbeamtenstellen und hielt daher eine Rückkehr zu der
Einheitsschule, wie sie bis zum Jahre 1873 im Bezirk bestand, für erforderlich.
d) Die dritte Reorganisation Im Jahre 1898.
Nachdem die für die Umgestaltung in einer ausführlichen Denkschrift
der Königlichen Bergwerksdirektion niedergelegten Verbesserungsvorschläge durch
Ministerial-Erlaß vom 19. Dezember 1897 genehmigt worden waren,*) erhielt die
Bergschule vom I. Januar 1898 ab diejenige Gestaltung, welche sie mit geringen
A\bänderungen bis zum I. April 1907 besaß.
An Stelle der bisherigen Steigerschulen zu Louisenthal und Neunkirchen
traten wiederum Bergvorschulen mit der alleinigen Aufgabe, als Vorbereitungsanstalten
für die in Saarbrücken verbleibende Bergschule zu dienen. Sie wurden
in Louisenthal, Dudweiler, Bildstock und Neunkirchen gegründet. Von
ihnen ging die zu Bildstock noch in dem Jahre 1898, weil entbehrlich.
wieder ein.
Unter den Aufnahmebedingungen für die Vorschulen blieb die Vollendung
des 18. Lebensjahres, sowie der Nachweis guter elementarer Vorbildung in einer
Aufnahmeprüfung bestehen, während man die praktische Beschäftigungszeit von
3 auf 2 Jahre herabsetzte. Über die Aufnahme entschied der Prüfungsausschuß
für die Vorschulen.**) Die Besucher dieser gingen auch weiterhin nur aus ehemaligen
Werksschülern hervor. Waren die 1892 eingerichteten Werksschuloberklassen
1898 beseitigt worden, so hat man sie 1905 wieder erneuert, um eine
noch bessere elementare Vorbildung der in die Vorschule aufzunehmenden Werksschüler
zu erzielen.
*) Das letzte Reglement vom 27. August 1891 wurde der Neuorganisatıon entsprechend
verändert unterm 18. Januar 1898 herausgegeben.
**) Siehe Seite 22.