aus einem Mitgliede der Bergwerksdirektion, einem Bergwerksdirektor, dem Direktor
der Hauptbergschule und dem betreffenden Hauptlehrer der Steigerschule, für die
Hauptbergschule dagegen aus dem Direktor, zwei Werksdirektoren sowie einem
Direktionsmitgliede.
Bereits im Jahre 1888 hatte sich ein Wandel in der Person des Bergschuldirektors
vollzogen, indem an die Stelle des in den Ruhestand getretenen Bergrats
Dr. phil. Römer, welcher auf eine 20jährige segensreiche Tätigkeit als Leiter
der Schulen zurückblicken konnte, der seit 1879 an der Hauptbergschule angestellte
Lehrer Dannenberg als Nachfolger trat. Für ihn wurde Dr. Riemann
vom Saarbrücker Gymnasium in die 2. Lehrerstelle berufen.
Die im Oktober eintretenden Änderungen der Schulverfassung von 1873
hatten lediglich‘ eine Verbesserung der praktischen Ausbildung der Schüler: zum
Ziele gehabt, ein Reformbedürfnis für die wissenschaftlich-theoretische trat indes mit
der Zeit gleichfalls hervor. Die im Jahre 1879 erfolgte Verlängerung des Kurses
an der Hauptbergschule auf 2 Jahre zeigte sich ohne dementsprechende Vermehrung
des Unterrichtsstoffes als viel zu weit gegriffen für seine Bewältigung. Daher nahm
man im Jahre 1885 eine weitere Herabsetzung auf 1'/» Jahre, 1893 zunächst versuchsweise
auf ı Jahr vor und hoffte durch Beschränkung des Lehrstoffes und
Einführung gedruckter Bücher an Stelle der zeitraubenden Diktate nicht nur ein
durchaus befriedigendes Ergebnis in der Ausbildung der Schüler zu erzielen, sondern
auch dem ständigen Rückgang in der Schülerzahl der Hauptbergschule vorzubeugen.
Diese wurde vor den neunziger Jahren durchschnittlich von 12 Schülern
besucht, ihre Zahl verminderte sich jedoch nach diesem Zeitpunkt immer
mehr und betrug z. B. im Kursus 1896/97 nur noch 5. Die Ursache für diese
Tatsache lag zweifelsohne darin, daß man das im Jahre 1873 eingeführte Berechtigungsprinzip,
wonach nur Absolventen der Hauptbergschule zu den Stellen der
oberen Werksbeamten zugelassen werden sollten, durchbrach und auch ehemalige
Steigerschüler, sofern sie sich in der Praxis bewährt hatten, zu jenen Stellen aufrücken
ließ. Begreiflicherweise erschien unter solchen Umständen den meisten
Schülern der Besuch der Hauptbergschule entbehrlich, da sie sich Vorteile hinsichtlich
ihrer Beförderung hiervon nicht versprachen, vielmehr noch pekuniäre Opfer
für den Aufenthalt in Saarbrücken ungeachtet der ihnen gewährten monatlichen
Unterstützung von 45 bis 60 Mark bringen mußten.
Wenngleich man durch die Beschränkung des Kursus der Hauptbergschule
auf ı Jahr den vorher für 2 Jahre bemessenen Unterrichtsstoff zu vermindern
gezwungen war, so ging die wissenschaftliche Ausbildung trotzdem über das
für zukünftige obere Grubenbeamte erforderliche Maß infolge des Bestrebens der
Hauptbergschule, die an den Steigerschulen erworbenen Kenntnisse nach Möglichkeit
zu erweitern, erheblich hinaus. Da jedoch der Lehrplan der Steigerschulen den
ihrem Zwecke entsprechenden Unterricht in den naturwissenschaftlichen und techıischen
Fächern nicht zu entbehren vermochte, so waren alle Bemühungen, auf
3änen einheitlichen Aufbau des Lehrplanes hinzuwirken, schon hierdurch wie auch
noch durch die örtlich und nach Lehrkräften bestehende Trennung der Ober- und
Unterstufe der Schule erschwert. Hierzu kam ferner, daß selbst eine gleichmäßige
Ausbildung der Steigerschüler infolge häufigen Wechsels der in den technischen