Der Unterricht regelte sich nach den Bestimmungen des vom O0. B. A. Bonn unterm
17. August 1876 für diese Markscheiderklasse erlassenen Reglements.
Um auch den übrigen Schülern Gelegenheit zum Erwerb der für einen
Grubensteiger erforderlichen praktischen markscheiderischen Fertigkeiten zu
geben, mußten sämtliche Schüler noch vor ihrer Anstellung einen 2 monatlichen
Kursus bei den Grubenmarkscheidern erledigen, wobei ihnen Gelegenheit zur
Aufnahme von Grubenzügen mit dem Kompaß usw. gewährt wurde.
Eine sofortige Anstellung der von der Hauptschule abgehenden Schüler
konnte in der Regel bei der Überzahl an Stellenbewerbern nicht erfolgen. Nach
der Schulzeit wurden die Schüler daher den Gruben entweder zur weiteren
praktischen Beschäftigung oder zur Aushülfe beim Aufsichtsdienst überwiesen,
wobei man sie grundsätzlich anderen als denjenigen Gruben zuteilte, auf denen
sie vom Beginn ihrer bergmännischen Laufbahn an großgezogen worden waren.
Diente diese Maßnahme einerseits der Erweiterung ihrer Kenntnisse vom Grubenbetriebe,
so erleichterte man ihnen andererseits hierdurch die Gewinnung der
nötigen Autorität, wenn sich der Beginn ihrer Beamtenlaufbahn nicht in der
ihnen von Jugend auf vertraut gewordenen Umgebung vollzog. Um die Schüler
auch nach der Schulzeit zur Vervollkommnung ihrer Kenntnisse anzuregen, mußten
sie vor ihrer Anstellung schriftliche Ausarbeitungen über technische, innerhalb
ihres Dienstbereiches liegende Zweige des Grubenbetriebes anfertigen, deren
Themata von den Berginspektionen gestellt und deren Ausarbeitungen von ihnen
begutachtet wurden.
Nach den durch die Reorganisation von 1873 herbeigeführten Änderungen
vermochte die Schule eine den gestiegenen Anforderungen durchaus genügende
Anzahl von Schülern alljährlich zu entlassen. So waren in den Jahren 73—77
nicht weniger wie 252 Schüler ausgebildet worden, von denen allerdings nur
108 in dem genannten Zeitraum zur Anstellung gelangten. Am Ende des Lehrkursus
1877/79 standen bereits 191 Schüler für die zu besetzenden Stellen zur
Verfügung. Der Grund für diesen erheblichen Überfluß lag in dem auf den
wirtschaftlichen Aufschwung der 70er Jahre folgenden geschäftlichen Niedergang,
der zu einer Einschränkung der Förderung führte und hiermit auf eine Verringerung
der jährlich zu besetzenden Stellen hinwirkte.
Um unter solchen Umständen die bereits vorhandene Übermenge der
Stellenanwärter nicht ins Ungemessene zu erhöhen, wurde die Anzahl der in die
Steigerschulen aufzunehmenden Schüler allmählich bis auf 10 herabgesetzt und
die Steigerschule zu Dudweiler 1883 aufgehoben. Aus gleichem Grunde dehnte
man die Dauer .der Kurse in allen Schulen auf 2 Jahre aus. Indessen sah man sich
bereits Mitte der achtziger Jahre wieder zu einer teilweisen Beseitigung dieser zur
Verringerung der Schülerzahl getroffenen Maßnahmen veranlaßt, weil infolge des
Bestrebens, die im Fischbachthal gegründeten Fettkohlengruben zu voller Entwickelung
zu bringen, ein erhöhter Bedarf an Steigern fühlbar wurde. In die Vorschulen
zu Neunkirchen und Louisenthal wurden daher soviel Schüler, wie es der
Raum zuließ, aufgenommen. Die Dauer der Schulkurse setzte man von 1885 ab
wiederum auf 1!/ Jahre herab.