punkt eine größere Anzahl ehemaliger Vorschüler wieder in ihrer Heimat versammelt
waren. Der sofort nach dem Kriege fühlbar werdende Mangel an Grubenbeamten
machte die Aufnahme von 28 Schülern in den ersten, nach dem Kriege
beginnenden Kursus erforderlich, wobei man mit Rücksicht auf den. gesteigerten
Bedarf auch weniger gut vorgebildete Elemente in die Hauptschule aufzunehmen
gezwungen war. Die infolge hiervon ungleichmäßige Vorbildung
der Schüler und zahlreiche wohl als Nachwehen des Krieges auftretende Erkrankungen
unter ihnen gestalteten die erste Zeit nach dem Feldzuge für Schüler
und Lehrer recht schwierig. Es mußte daher. schon mit Rücksicht auf die
kurze Dauer des ersten Kursus, dessen Abschluß bereits am 5. April 1873 stattfand,
eine Beschränkung des Lehrstoffes auf die notwendigsten Fächer stattfinden.
Erschwert wurde der gleichmäßige Fortgang des Unterrichts zudem durch den
gerade in dieser Zeit doppelt unangenehm wirkenden häufigen Wechsel in der
Person des 2. Lehrers. Da es der Bergbehörde trotz reger Bemühungen nicht
gelungen war, für die Stelle des technischen Lehrers nach dem Fortgange des
Bergreferendar Bäntsch einen Ersatz zu finden, so mußte diese Stelle zunächst
kommissarisch besetzt werden. In den Jahren 1871—973 wechselte sie nicht weniger
wie 4 mal ihren Inhaber, was selbst unter günstigen Umständen nicht ohne Nachteil
auf den Fortschritt der Schüler bleiben konnte.
c) Die zweite Reorganisation im Jahre 1873.
Das Ergebnis der Schuleinrichtungen, wie sie durch die erste Reorganisation
des Jahres 1858 und einige spätere Änderungen geschaffen worden waren,
atte zwar für den vor 1870 liegenden Zeitraum auf Grund der erzielten Leistungen
durchaus befriedigt, jedoch vermochte die Schule den nach dem Kriege an sie
herantretenden erhöhten Anforderungen sehr bald nicht mehr zu genügen. Bis
zum Kriege 1870 waren alljährlich durchschnittlich 20 Bergschüler von der
Hauptschule mit der Befähigung zur Anstellung entlassen worden. Indessen
stiegen die Ansprüche infolge des plötzlichen Anwachsens der Förderung,*) einer
Wirkung des gewaltigen industriellen Aufschwunges jener Zeit, auf 35—40 Anwärter,
ein Bedarf, den die Schule in ihrer damaligen Gestaltung nicht zu decken vermochte.
Es wurden daher nicht nur die aus der Schule entlassenen Bergschüler
ohne Auswahl und ehe sie sich eine genügende praktische Erfahrung angeeignet
haben konnten, sofort angestellt, sondern auch Bergleute ohne jedwede Vorbildung
zu Steigern befördert, beides Mißstände, die mancherlei Unzuträglichkeiten
nach sich zogen. Hierzu kam andererseits noch, daß die sich ständig ausdehnenden
Grubenanlagen mit den immer vollkommener werdenden technischen KEinrichtungen
auch eine umfangreichere theoretische Vorbildung erforderten, welche
namentlich bei denjenigen Schülern verlangt werden mußte, die zu den Stellen
der Obersteiger und Maschinenwerkmeister befähigt sein sollten.
*) Die im Jahre 1870 54680 374 Zentner betragende Förderung war bis zum Jahre 1872
auf 82 755 994 Zentner gestiegen.