zunehmende Verwendung der Dampfmaschine im Saarbezirk eine eingehende
Kenntnis von ihrem Wesen erheischte. Es wurde daher Maschinenkunde und
Maschinenzeichnen in den Lehrplan der Vorschulen aufgenommen und in diesen
Fächern in 4 Stunden wöchentlich durch Maschinenwerkmeister Unterricht erteilt.
Erhielten so die später die Hauptschule besuchenden Schüler schon in den Vorschulen
eine gewisse Grundlage in jenen Gegenständen, so sollten die übrigen, deren
Schulbesuch mit der Vorschule abschloß, auf diese Weise zu tüchtigen Maschinenwärtern
herangebildet werden.
Nach diesen an der Einrichtung des Jahres 1858 getroffenen Änderungen
richteten sich die Bestrebungen in der Folgezeit auf einen einheitlichen Aufbau
des Unterrichts in den sämtlichen Schulen. Die zu diesem Zwecke auf Grund
eines Ministerialerlasses aufgestellten Lehrpläne setzten die in jedem Halbjahr
zu erledigenden Lehrstoffe nach Umfang und Art fest, wobei ihr sachgemäßer
Aufbau und ein zweckmäßiges Ineinandergreifen zwischen Vorschulen und Hauptschule
besonders ins Auge gefaßt wurde.
Während des Kursus 67/69 hatte die Schule den Fortgang derjenigen
beiden Lehrer zu beklagen, welche ihr eine Reihe von Jahren ihre Dienste mit
voller Hingabe und bestem Erfolge gewidmet hatten. Bergreferendar Bäntsch,
seit 1861 technischer Leiter der Schulen, übernahm 1868 die Bergfaktorei Kohl.
waage. Dr. Weiß, mit der Ausführung geognostischer Aufnahmen in der Rheinprovinz
beauftragt, ließ sich 1867 als Privatdozent an der Universität Bonn nieder.
Er hatte mit besonderem Interesse an der Vervollkommnung der Gesteinssammlungen
der Schule gearbeitet und sie durch zahlreiche, eigenhändig gesammelte
Stücke namentlich aus den Gebirgsschichten der Saarbrücker Steinkohlenablagerung
bereichert*). Als sein Nachfolger wurde durch Ministerialerlaß vom 14. Oktober
1867 Dr. Römer, welcher bis dahin an der 1867 aufgehobenen Bergschule zu
Düren tätig gewesen war, an die Saarbrücker Bergschule berufen und zum tech
nischen Direktor der Bergschule ernannt.
Der Unterricht hatte seit dem Gründungstage der Schule, dem 7. Oktober
(822, bisher nur während der Durchführung der Reorganisation im Jahre 1858
mehrere Monate ausgesetzt werden müssen, und erlitt in der Folge noch eine
2 malige längere Unterbrechung durch die beiden großen Kriege, die Preußen
1866 und 70 zu führen hatte. Während des Krieges 1866 standen 12 Schüler der
Hauptbergschule unter den Fahnen. Der Unterricht wurde daher vom ı2. Mai
bis 15. Oktober dieses Jahres unterbrochen, indem die nicht einberufenen 9 Schüler
der Hauptschule den Gruben zur Aushülfe und praktischen Beschäftigung über
wiesen wurden.
Der Krieg 70/71 rief 60 Bergschüler, darunter 13 von der Hauptschule
zu den Waffen. Von den letzteren starb Ad. Schwarz bei der Erstürmung
der Spicherer Höhen, Ferd. Bosselet vor Metz den Heldentod fürs Vaterland.
Am 116. Juli 1870 wurden die Hauptbergschule wie die Vorschulen geschlossen.
Konnten letztere bereits im Herbst 1870 wieder eröffnet werden, so blieb der Unterricht
an der Hauptschule bis zum 8. August 1871 ausgesetzt, da erst zu diesem Zeit-*)
Von seinen Schriften sei erwähnt: Die fossilen Tiere aus der Steinkohlenformation von
Saarbrücken. 1877.