Full text : Geschichte der Saarbrücker Bergschule

stellen einberufen werden sollten. Dieses geschah unter der Voraussetzung, daß
sie auch die für einen zukünftigen Grubenbeamten nötigen Charaktereigenschaften
ınd praktischen Fertigkeiten besaßen.
Die Saarbrücker Schule verblieb nach ihrer Umgestaltung zunächst in
den wenigen ihr zur Verfügung stehenden Räumen des alten Saarbrücker Bergamtes.
 Diese vermochten jedoch sehr bald dem ständig wachsenden Umfange
der Schule nicht mehr zu genügen. Die Schule wurde daher 1868 in ein an das
alte Bergamt anstoßendes, zu Schulzwecken umgebautes Haus verlegt, welches
ihr bis zum heutigen Tage als Wohnstätte, wenn auch mit mancherlei in späterer
Zeit vorgenommenen baulichen Umänderungen gedient hat.
In damaliger Zeit waren in dem Schulhause vorhanden:
:. Ein Schul- und Zeichensaal.
2. Ein chemisches Laboratorium.
3. 2 Räume für die Sammlung.
+. I Bibliothekszimmer.
5. Eine Zimmerwerkstätte für Schüler, in welcher unter Anleitung
des technischen Lehrers Modelle aus Holz und Metall von bergtechnischen
 Gegenständen angefertigt wurden.*)
2 große Zimmer zu Wohn- und Schlafzwecken für die Schüler.
Jene wurden auf staatliche Kosten eingerichtet, um den Schülern
während des Schulbesuchs die vielfach weiten, Zeitverlust und
Übermüdung verursachenden Wege zwischen Schule und Wohnstätte
 zu ersparen. Es fanden 12 Schüler im Hintergebäude der
Schule unentgeltlich Wohnung und Schlafstätte.**) Das kasernenartige
 Zusammenwohnen der Schüler brachte jedoch mancherlei
Unzuträglichkeiten mit sich, so daß man es von 1869 an den
Schülern überließ, sich mit Zustimmung des Direktors eine
geeignete Wohnung in der Stadt zu suchen, wobei das Einmieten
in Wirtshäuser jedoch untersagt war.
Während die Vorschüler sich ihren Unterhalt durch Grubenarbeit erwarben,
wurde den Saarbrücker Schülern eine monatliche Unterstützung von 8—11 Talern
gewährt, welche nach den Bestimmungen des Reglements von 1858 anfangs allviertel-Jährlich
 auf Grund einer Konkurrenzprüfung, später jedoch ohne diese auf Vorschlag
 des Lehrerkollegiums nur fleißigen und würdigen Schülern verliehen wurde.
Die zur Unterstützung des theoretischen Unterrichts dienenden Sammlungen
 von Mineralien, Petrefakten usw. waren seit Gründung der Schule teils aus
den im Etat ausgeworfenen Mitteln neu beschafft, teils durch Geschenke von
Lehrern, Schülern und Freunden der Schule bereichert worden. Sie wurden auch
in der Folgezeit ständig erweitert.***)

5.

*) Die Modellwerkstätte wurde 1873 bereits wieder aufgehoben, da der Etat keine Mittel
mehr für diesen Zweck bewilligte.
**) Da diese Räume sehr bald zur Aufbewahrung der Modellsammlung mit herangezogen
werden mußten, mietete man 1865 eine geräumige Wohnung in Saarbrücken, in welcher 15 Schüler
Unterkunft fanden. Die Miete wurde aus dem Schüler-Unterstützungsfonds bestritten,
***) Von den zahlreichen, der Schule zugegangenen Geschenken sei besonders die aus 1000
Mineralien, Petrefakten usw. bestehende Sammlung des Oberbergrats Taeglichsbeck erwähnt,
welche er der Schule im Jahre 1884 bei seinem Fortgang aus dem Saarbezirk überließ.
            
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