versetzt bezw. mit der Aussicht auf Anstellung entlassen. Die fleißigsten Schüler
erhielten Prämien in Form von Zirkeln, Büchern, Zeichenutensilien usw.
Nach einer Mitteilung in dem Schulbericht von 1871 wurde der erste
Kursus nach dieser neuen Verfassung mit dem 7%. Oktober 1822 begonnen und
soweit durchgeführt, daß im Jahre 1823 mehrere junge Leute mit Aussicht auf
Anstellung als Grubenbeamte entlassen werden konnten. Der Unterricht hat von
jenem Zeitpunkt an nur noch unbedeutende Unterbrechung im Verlauf der späteren
Jahre erfahren. Der 7. Oktober 1822 kann daher als Gründungstag der Saarbrücker
Bergschule im engeren Sinne bezeichnet werden.
In der Folge trat das Bestreben, die Entwickelung der Schule auf der durch
die Organisation von 1822 geschaffenen Grundlage nach Möglichkeit zu fördern,
lebhaft zu Tage. Gingen doch alljährlich ausführliche Berichte nicht nur über den
Verlauf des verflossenen Schuljahres, sondern auch über die Schüler selbst, deren
Probearbeiten zudem beigefügt wurden, bis an das Ministerium nach Berlin, welches
so nicht nur eingehende Kenntnis von den erzielten Leistungen erhielt, sondern
auch seinerseits auf eine weitere Vervollkommnung des Unterrichts mehrfach
hinwirkte.
Trotz dieser Bemühungen der vorgesetzten Behörden, die Erfolge der
Schule ständig zu heben, zu denen auch Lehrer wie Schüler das Ihrige beizusteuern
bemüht waren, wurden im großen und ganzen nur mäßige Resultate erzielt. Der
Grund hierfür lag einmal in den sehr mangelhaften elementaren Vorkenntnissen
der Schüler. Konnten doch die wenigsten nach einem Bericht des Saarbrücker
Bergamtes vom Jahre 1824 ordentlich rechnen, lesen und schreiben, wenn sie zur
Schule kamen, ein Übelstand, den man dem schlechten Zustand der damaligen
Elementarschulen mit ihren aus französischer Zeit übernommenen Lehrkräften
zuschrieb. Naturgemäß litt unter solchen Verhältnissen die Ausbildung an der
Bergschule. Der Unterricht mußte sich in der Unterklasse lediglich mit der
Verbesserung der ungenügenden elementaren Kenntnisse in Lesen, Schreiben und
Rechnen befassen und wurde zur Erzielung einer möglichst guten Grundlage in
diesen Fächern sehr bald auf einen 2jährigen Kursus erweitert. In der Oberklasse
konnte der Lehrstoff demzufolge nicht denjenigen Umfang erhalten, der im
Lehrplan von 1822 vorgesehen war. Jener blieb daher zunächst nur auf Markscheiden,
Zeichnen und deutsche Sprache beschränkt. Erst als mit der fortschreitenden
Vervollkommnung der Elementarschule sich auch die auf Seiten der
Schüler erworbene Vorbildung hob, konnte eine allmähliche Ausdehnung der
Unterrichtsgegenstände stattfinden, so daß von 1832 ab Vorträge in Geognosie und
Mineralogie sowie Grubenrechnungswesen, von 1833 ab auch in Bergbaukunde und
Maschinenlehre gehalten wurden. Der Lehrplan umfaßte nunmehr in der Unterklasse
deutsche Sprache, Schreiben, Rechnen sowie Anfangsgründe der Mathematik,
während er sich in der Oberklasse auf Mathematik, Markscheidekunst, Bergbaukunde,
Mineralogie und Geologie sowie Grubenrechnungswesen und Maschinenzeichnen
erstreckte.
Der Unterricht wurde anfangs an sämtlichen Wochennachmittagen in einigen
Räumen des Saarbrücker Bergamtes abgehalten. Als aber die weiten Schulwege,
welche bei den am entferntesten Wohnenden bis zu 10 Stunden Zeit für den Hin-