2. Geschichte des Saarbrücker Bergschulwesens
1816 —1906.
Von Bergassessor Wewetzer
a) Die Zeit von 1816—1858.
s nach dem Übergang der gesamten Nassau-Saarbrücken’schen
Lande an die Krone Preussens durch den zweiten Pariser Frieden
vom 20. November 1815 der preußische Staat in den Besitz eines
bedeutenden, schon damals lebhaften Bergbau aufweisenden Stein-&
kohlengebietes gelangt war, faßte die preußische Bergverwaltung sehr
bald die Gründung einer Ausbildungsanstalt für Grubenbeamte ins Auge. Sie war
schon zur Zeit der französischen Herrschaft beabsichtigt, scheint aber aus Mangel an
Geldmitteln nicht durchgeführt worden zu sein.*) Ende 1816 sollte eine Bergschule in
Saarbrücken errichtet und mit dem Unterricht Anfang 1817 begonnen
werden, nachdem die Vorschläge des Saarbrücker Bergamtes, wonach der Unterricht
durch Beamte des Bergwerks an junge Bergeleven in den Anfangsgründen
der Mathematik, Markscheidekunst und im Zeichnen erteilt werden sollte, die Zustimmung
seitens des Rheinischen Öberbergamtes zu Bonn gefunden hatten.
Letzteres ließ dem Saarbrücker Bergamt ein eingehendes Pro Memoria
über die Einrichtungen der Eislebener Bergschule zugehen und verfügte, daß der
Unterricht an der Saarbrücker Schule nach deren Muster erteilt werden solle. Da
jedoch nach einem Berichte des Bergamtes vom Jahre 1819 nur 2, und.noch dazu
schlecht vorgebildete junge Bergeleven im Bezirke vorhanden gewesen waren, so
hatte an die Einrichtung einer Schule mit umfangreichem Lehrplan nach dem Vorbilde
der Eislebener nicht gedacht werden können. Man hatte sich vielmehr damit
begnügen müssen, 6 fähige junge Bergleute im Jahre 1819 soweit in Mathematik
und Markscheidekunst zu unterrichten, daß sie brauchbare Grubensteiger zu werden
versprachen.
*) „Im Jahre 1807 waren Anordnungen getroffen worden, in Geislautern eine Ecole pratique
des mines zu errichten und zwar vorzugsweise für den Unterricht im Steinkohlenbergbau und im Eisenhüttenbetriebe.
Mitder Errichtung der Gebäude für die Schule war 1809 begonnen und ein Direktor
bezeichnet worden. Das Inslebentreten wurde wahrscheinlich aus Mangel an Geldmitteln
hinausgeschoben.‘“ (Haßlacher, Geschichtliche Entwickelung des Steinkohlenbergbaus im
Saargebiete.,)