Full text : Das Grubenunglück zu Reden, Kreis Ottweiler, am 28. Januar 1907

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taten, um welche wir trauern. Ten Braven aber rufe ich als
letzten Gruß zu, mit dem sie zuerst auf der Grube begrüßt wur—
den und sie so oft gebraucht haben: „Glück auf!“
Bewegt und mit verhaltener Stimme erwiderten die Be—
amten und Bergleute vieltausendstimmig den alten deutschen
Bergmannsgruß.
Nachdem dann noch der Bergbeamtengesangverein den
Sterbechor: „Schlummere sanft“ gesungen, schloß die Berg—
kapelle die Feier mit dem Choral: „Wie sie so sanft ruhen“.
Hierauf fuhr Prinz Friedrich Leopold nach St. Johann. —
Am folgenden Tage mittags 12 Uhr erschien er nochmals
am Förderschachte und ließ sich die Rettungsmannschaften
vorstellen und dekorierte mehrere, die bei den Bergungsarbeiten
Hervorragendes geleistet haben. Der Berginspektor Müller
erhielt den Roten Adlerorden 4. Klasse, die Steiger Groß
und Bartsch den Kronenorden 4. Klasse, 5 Bergleute das
Allgemeine Ehrenzeichen. Die Namen derselben sind: Johann
Breyer 6 und Joh. Heinz aus Heiligenwald, Fr. Schmidt 8
und Daniel Dieck 2 aus Landsweiler und Johann Mohr 9
aus Merchweiler. Weitere Auszeichnungen sollen für die so—
fort in Vorschlag Gebrachten noch erfolgen. Alsdann reiste
er über Franksurt nach Berlin zurück. —
Nach beendeter Totenfeier wurden die Leichen von der
Staatsanwaltschaft freigegeben und bald konnte man sehen,
wie einfache Bauerngespanne mit 2—23 Särgen beladen nach
allen Himmelsrichtungen von der Grube aus den Heimats—
dörfern zustrebten. Wer diese traurige „Heimkehr von der
Schicht“ mit angesehen hat, dem wird sie tief im Gedächtnis
bleiben. Auf der Straße von Landsweiler nach Schiff—
weiler folgte ein Leichenzug dem andern. Hier stehen auf
einem Wagen vier Särge, dort fährt ein Schlitten, zwei
Särge, die quer über den Schlitten gestellt sind, mit sich
führend; dort tragen eine Anzahl Knappen, es sind Freunde
—
der letzten Schicht nach Hause, wo die Kinder den Vater, die
Gattin den Gatten, die Eltern den Sohn drei angstvolle, schmerz—
liche Tage vermißt hatten. Die bange Sorge ist der schrecklichen
Bewißheit gewichen, und der Schmerz sucht sich in Tränen
einen Ausweg Den ganzen Nachmittag dauerte der Trauerzug.
„Als die Dunkelheit hereingebrochen war, begab ich mich
auf den Weg nach Schiffweiler. Ich begegnete einem

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