Full text : Das Grubenunglück zu Reden, Kreis Ottweiler, am 28. Januar 1907

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Pius X. ließ seine innige Teilnahme aussprechen und alle die
hielen Jürsten und Staaten bekunden tiefes Mitleid. Toch iehr
als die irdischen Beileidskundgebungen ist der Trost im hl. Glau
ben und der hl. Religion. Gerade in den schwersiten Schicksals
schlägen, gerade in den schwersten Stunden, wenn sonst nichts mehr
Trost und Linderung bringen kann, dann zeigt sich vor allem die
große Macht des Glaubens und der hl. Religion. Nichts kann
eher trösten als das Wort des Herrn: Wer an mich glaubt, der
wird leben, wenn er auch gestorben ist. Wir beklagen die Toten,
der Heiland aber sagt, daß sie leben. Ja sie leben und werden
ein schöneres Leben erhalten; sie sind gestorben in treuer Pilichterfüllung,
 im Hinblict auf ihren Gott und Heiland, und so horen
vir, daß sie dereinst dieser Freude teilhaftig werden und wir sie
viedersehen werden. Jetzt konnten manche sie leider nicht wieder—
ehen, sie nicht mehr erkennen, aber es kommt der Tag, da wir
ns alle wiedersehen und wiedererkennen werden Tas muß uns
einen großen Trost bieten in diesen schweren Tagen. Schauen
vir in diesem Geiste auf zum göitlichen Heilande und beten wir
leißig und inständig zu ihm, daß er den Abgestorbenen bald
schenken möge die ewige Ruhe und die Wonne der Freuden des
Dimmels. Beten wir fleißig, daß der Gott alles Trostes auch der
Tröster sei den trauernden Hinterbliebenen und ihnen helsen moge,
hren Schmerz in Geduld und Ergebung zu tragen, er unser Trost
und unsere Hoffnung. Tas wolle uns geben der göttliche Heiland
in der Erfüllung seines trostreichen Wortes: „Wer an mich alaubt.
vird leben, wenn er auch schon gestorben ist.“
Superintendent de Wyl-Friedrichsthal knüpfte seine Rede
an den Ausspruch des Klageliedes des Propheten Jeremias,
Kap. 3, Vers 44: „Herr, Du hast Dich in eine Wolke ver—
hüllt, wo ist ein Schmerz gleich unserm Schmerze.“ Nach
hm redete noch Handelsminister Delbrück. Er versicherte
nochmals die Teilnahme des Kaisers an diesem großen Un—
glücke und wies auf die Geldmittel hin, welche der Kaiser,
der Kronprinz und die Kronprinzessin, der Großherzog und
Großherzogin von Baden spendeten und sprach dem Obersten
Bergherrn Dank aus.
Weiter führte Minister Delbrück aus:
„Ich möchte hier als Chef der Bergverwaltung im MNamen
der Beamten versichern, daß auch wir herzlichen Anteil nehmen.
Wir beklagen mit den Eltern die frische Jugend, wir trauern mit
den Witwen, die ihre Männer verloren haben, mit den Familien,
die ihres Ernährers beraubt sind. Wir Veanite der Bergverwal—
iung, vom Steiger bis zum Minister wissen, daß wie Gott und
uinserm Königlichen Herrn verantwortlich sind iür die Sicherheit
in unsern Betrieben, umsoschwerer ist es uns, wenn trotzdem alle
Vorsicht vergeblich war. Wir müssen uns Gott fügen. Wir wollen
aber unsere Pflicht tun treu bis zum Tode, wie es die Braven
            
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