Full text : Das Grubenunglück zu Reden, Kreis Ottweiler, am 28. Januar 1907

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oon einigen Millimetern Dicke bedeckte die Streckenflöze und
die Zimmerung. Die Zerstörung der Zimmerung war an
den Fußpunkten der Bremsberge am größten. Die Mauer—
dämme aus Backsteinen an diesen Punkten waren teilweise
weggerissen und der Unterbau der Abzugsbühnen war zusam—
mengestürzt. Das Liegende der Bremsberge war an einigen
Stellen tief aufgewühlt, man sah, daß die Explosion in den
Bremsbergfeldern besondere Heftigkeit erreicht hatte. Aus
natürlichen Gründen fand sie nämlich da die beste Nahrung
an Kohlenstaub und ev. an Kohlenwasserstoff.
Am Montag vormittag (4. Febr.), genau 8 Tage nach
dem Eintritt der Explosion, waren sämtliche Verunglückte
geborgen. 149 brave Bergleute hatten einen schnellen
Bergmannstod gefunden. Ein Schwerverletzter, Ludw. Rippel
aus Heiligenwald hatte zwar das Licht der Sonne wieder
gesehen, aber auch die Kunst der Aerzte vermochte ihn nicht
dem Leben zu erhalten und somit beträgt die Gesamtzaähl
der Getöteten 150.
Am Dienstag Abend spät traf die Meldung bei der
Grubenverwaltung ein, daß der Prinz Friedrich Leopold
als Vertreter des Kaisers an der geplanten
CLeichenfeier
auf der Grube teilnehme. Die Vorbereitungen dazu wurden
eiligst ins Werk gesetzt; die Toten wurden eingesargt. Die
Verlesehalle der Grube ward in ein Leichenhaus umgewandelt.
Fin Angenzeuge berichtet darüber folgendes: „. . . Hier
mußten wir mit ansehen, wie die beklagenswerten Opfer der
traurigen Katastrophhe eingesargt wurden. Verstümmelt
und viele davon schrecklich verbrannt, wurden die Toten in
die Särge gehoben und das Totenkleid über sie ausgebreitet.
Sodann betreten wir den nebenanliegenden Verleseraum, der
auch zur Leichenfeier bestimmt und hergerichtet wurde. Daß
hier Leichen lagen, könnte man auf den ersten Blick nicht
ehen, wohl aber durch den Geruch wahrnehmen. Hier hatte
man den Boden, welcher den Toten als Ruhestätte diente,
aur sehr spärlich mit Stroh bedeckt Keiner wagte näher zu
treten, denn Entsetzen lähmte unsere Füße und ein Schauer
durchrieselte unsern Körper beim Anblicke dieses Totenlagers.
Erst die Worte eines Beamten, der uns aufforderte, die Toten
zu betrachten und ihm mitzuteilen, wer sie seien, bewegen uns,

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