Full text : Das Grubenunglück zu Reden, Kreis Ottweiler, am 28. Januar 1907

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einzelnen Kameradschaften der Strecke nach der Hauptstrecke
zusammen getragen, weil die giftigen Nachschwaden das Heraus—
Ringen verhinderten. Gegen Abend machte sich ein Umschlag
in der Wetterführung an einzelnen Punkten bemerkbar, wes—
halb bis Dienstag (29. Januar) mittag die Rettungsarbeiten
vegen Wettergeiahr unterbleiben mußten.
Am Dienstag trafen der Herr Handelsminister Del—
brück, der Oberbherghauptmann von Velsen, der Ober
dräsident Freiherr von Schorlemer, Regierungs—
Rräsident Bake, Geheimer Bergrat Meißner aus
Berlin, Berghauptmann Baur und Geheimrat
Klose aus Bonn, sowie der Vorsitzende der Königl. Berg—
verksdirektion anf der Unglücksstätte ein. Schon im Lauie
des Montag nachmittag liesen bei der Werksleitung zwei
Telegramme aus dem Zivilkabinett des Kaisers
ein, worin Befehl erteilt wurde, dem Kaiser fortgesetzt tele—
zraphische Berichte über die Geschehnisse zu geben.
Um 1 Uhr Mittags fuhr der Oberberghauptmann
»on Velsen und Geh. Berarat Krümmer in Begleitung
des Berginspektors Müller, des Inspektors Herbig,
des Inspektors Zix und 16 Mann von den Mettungs—
nannschaften in den Schacht 3 ein, um zu untersuchen, ob
ioch Gefahr vorhanden sei oder ob die Bergung der Leichen
vieder aufgenommen werden könne. Die Herren durchquerten
die ganzen unterirdischen Anlagen bis zum Schacht Bilditock.
Als sie herauskamen, erklärte Oberberghhauptman von Velien,
»aß die Bergungsarbeiten sofort beginnen könnten. Die tapiern
Mannschaften drängten sich, jeder wollte zu den ersten An—
ahrern zur Bergung der Leichen der Kameraden gehöoren.
Bis Mittwoch Morgen, 48 Stunden nach dem Unglücke
varen 140 Tote geborgen, 8 befanden sich noch unter Tage
ind diese konnten erst bei den Aufräumungsarbeiten zu Tage
jefördert werden. Der Kaiser entsandte (Vtittwoch, 30. Januar!
den Prinzen Friedrich Leopold nach der Unglucsitätte
nit dem Auftrage, sich über die Lage dort zu informieren
ind ihm darüber Bericht zu erstatten. Er besichtigte ein—
gehend die Anlage über Tage, ließ sich einen eingehenden
Vortrag halten über den Ort und den Umsang des Unglücks
inter Darlegung eines Girubenbildes. Auch besuchte er eine
der Totenkammern, in denen verschiedene Särge standen. Er
            
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