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Landsweiler“, zeigt das weiße Schildchen. Bei dem letzten
der Reihe kniet ein Greis und die kalte schwarze Hand eines
Jünglings drückt er an seine zitternden Lippen. Ich klopfte
dem Alten auf die Schulter. „Es war mein Herzbub“, sagte
er mir und Tränen rieseln ihm in den weißen Bart. Be—
amte erfüllen hier die traurige Pflicht, die Personalien der
Opfer festzustellen und sie mit ihrem Namen zu versehen.
Am Kopfe eines jeden liegen die Kleider und ein Zettel mit
W
nicht festgestellt war, eine Nummer. Wahlrlich, hier hat sich
wieder so recht bewahrheitet daß der Bergmaunn jeden Morgen
sein Totenhemd anzieht. Erschüttert wende ich mich dem
Ausgange zu; auch der brandige Geruch läßt mich nicht
sänger in dieser schaurigen Totenkammer weilen.“
Bis 5 Uhr wurden 62 Tote zu Tage geschafft, 86
Jalten als vermißt und 26 verletzt. 64 Mann von der Ab—
deilung des Steigeis Klein konnten sich nach der Grube Heinitz
durch den Geisheckschacht retten. Darüber wurde folgendes
berichtet: „Früh, gleich nach 7 Uhr, vernahmen die Steiger
aus dem tiefen Schacht das Signal: „Menschenförderung“.
Finer sieht den anderen verwundert an, da um diese Zeit
sonst nie Personen aus der Grube zu kommen pflegen. Lang—
sam wird nach Vorschrift der Förderkorb gehoben. Auf ihm
steht zitternd ein zur Unkenntlichkeit geschwärzter Bergmann,
der nur noch stammelt: „Unten ein großes Unglück vor—
zekommen“. Mit dem nötigen Lustapparat versehen, steigt
Steiger Hauch sofort hinunter, ihm nach Steiger Meiser mit
der Rettungsmannschaft. Der von Reden zur Geisheck füh—
rende Stollen liegt nur 18 Meter höher als der untere
Teil des Geisheckschachtes und ist durch eine kleine Türe,
deren Schlüssel auf der Seite in einem Glaskästchen
hängt, mit diesem verbunden. Der Einzige, der durch die
Türe kroch, die 18 Meter hohe Leiter hinunterging und durch
den Geisheckschacht hinaufbefördert wurde, war der oben er—
wähnte Bergmann. Alle übrigen wurden, ehe sie die Türe
erreicht hatten, ohnmächtig und lagen in der Strecke. Es
mußten also 633 Mann durch die enge Türe gezogen und
18 Meter tief hinunter getragen auf den Förderkorb gelegt
werden. Wenn sie dabei auch teilweise sich selbst helfen
konnten, so war doch die Anstrengung für die Steiger und
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