Full text : Das Grubenunglück zu Reden, Kreis Ottweiler, am 28. Januar 1907

—35 —

nappen
in den
dengen
n Un
var der
diesem
i, auf
Ernte
te, um
ugend⸗
rfen in
im die
ergen?
arberg⸗
iglücks⸗
ttungs
rbeiten.
3 Vor—
hrannte
che be⸗
rbühne,
in die
iten zu
» heute
dunkle
beamte,
bahren,
zährend
Begriffe
zlocken—
e ersten
ithalten
die letzte
ht mehr
Mund
hweigen
e toten
tglieder
af eine
egeltuch

und tragen ihn zum nahen Zechenhause, wo die Toten auf
ein schnell hergerichtetes Strohlager neben einander gebettet
verden. Die Fenster sind hier verhängt, um den DTraußen
stehenden diesen traurigen Anblick zu entziehen Vor dem
elben stehen viele Knrankenwagen; Aerzte und Geistliche, erstere
erkenntlich an einem um den Arm geschlungenen Taschentuch,
gehen hin und her. Aber alle warten vergebens, denn die
Bahren bringen nur Tote. Die Glocke ertönt zum zweiten
Ydale. Bergleute, die drunten in der Tiefe die Arbeit auf—
zeben mußten, treten heraus und schwanken nach dem Er
rischungsßraume. Und immer wieder saust der Förderstuhl
in die grausige Tiese, und immer wieder entladet er seine
zrausige Last. Die krampfhaft verkrümmten Arme der Leichen,
das bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Gesicht, der aufge—
dunsene Leib, die zerschmetterten Gliedmaßen, sie reden eine
ief ergreifende Sprache von der entsetzlichen Gewalt, mit der
die entfesselte Naturkraft dort unten tief im Schoße der Erde
derheerend und alles Menschenwerk vernichtend gewirkt hat.
So manches wetterharte Bergmanns Auge füllte sich mit
Tränen, als er seine unglücklichen Opfer erblickt, und das in—
hjaltsschwere Wort, „das ist des Bergmauns Schicksal“ ent—
windet sich seinen zusammengepreßten Lippen. Im Velrlese—
raum der Grube, von wo sie sicherlich am Morgen mit einem
fröhlichen „Glück auf!“ die Fahrt zu ihrer schweren Berujs
arbeit angetreten haben, da ruhen sie nun still und stumm
neben einander, jung und alt, Vater und Sohn. läugs den
Wänden auf spärlich Stroh gebettet, mit grobem Leinen be—
deckt. Hier und dort sieht man einen Fuß, einen Arm.“
Fin Augenzenge berichtete: „Der Eingang zum Zechen—
jause wird von Polizisten und Grubenwächtern bewacht, die
anerbittlich jeden zurückweisen, der hinein möchte. Ein Be—
amter, an den ich mich wende, nimmt mich mit. Was ich
da erblickte, ließ mich erschaudern. Ein Wärter lüftet ein
Tuch. „Nr. 61, Kopper von Schiffweiler, Vater von neun
indern“, so lautete seine kurze Erklärung; Gesicht und Hände
schwarz, bis zur Unkenntlichkeit verbraunt, einige mit schweren
Wunden an Kopf und Gliedern. Da liegen sie starr; hin—
gjerafft sind die kaum den Kinderschuhen entwachsenen Jüng
linge, Männer in der Vollkraft ihrer Jahre und ireise. —
Neben ihm ruht ein anderer, kaum 25 Jahre alt. „osar,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.