arbeiter fuhren ein, freiwillig stellten sich die braven Knappen
und Beamten in den Dienst der Rettungsarbeiten, um den
Kameraden in der Grube zu Hilfe zu eilen. Große Mengen
Mineralwasser, Wein, Apfelsinen, kurz alles, was den Un
glücklichen helfen konnte, war da. Bewunderungswert war der
Mut und die Entschlossenheit, mit der die Braven auf diesem
Totenfelde die gefährliche Fahrt in die Tiefe antraten, auf
der vor wenigen Minuten der Tod eine fürchterliche Ernte
gehalten hatte, in der er noch in tückischer Gestalt lauerte, um
weitere Opfer zu suchen. Was war es wohl, das den jugend
lichen Arbeiter dazu drängte, mit hinabfahren zu dürfen in
die von giftigen Todesschwaden erfüllten Gänge, um die
Lebenden zu retten und die toten Kameraden zu bergen?
Den Hut ab vor dem Pflichtgefühl des braven Saarberg—
mannes! Herr Geheimrat Krümmer, der sofort zur Unglücks
stätte geeilt war, fuhr alsbald mit den Beamten der Rettungs
mannschaften der Grube ein und leitete die Rettungsarbeiten
Auf der Strecke stieß man zuerst auf die Leiche des Vor
fahrers, und weitere 25 schrecklich verstümmelte und verbrannte
Leichen wurden bis ein Uhr mittags an die Oberfläche be—
fördert. „Ein ernstes, ergreifendes Bild auf der Förderbühne,
auf der sonst Tag und Nacht rasselnd der Förderkorb in die
Tiefe fährt und ununterbrochen die schwarzen Diamanten zu
Tage fördert. Dicht gedrängt umstehen die Bergleute heute
die Förderanlage, erwartungsvoll schauen sie in die dunkle
Oeffnung. Nur wenige Zuschauer, meistens Grubenbeamte.
umstehen die Schale. Rings umher stehen die Totenbahren,
Mitglieder der Sanitätskolonne gehen auf und ab. Während
noch eben eine Gruppe Bergleute notiert wird, die im Begriffe
steht, hinabzufahren in die Tiefe, da ertönen schrille Glocken—
signale, scharf einsetzend langt die Förderschale an. Die ersten
Opfer! Es ist kurz vor 12 Uhr. Die Kohlenwagen enthalten
heute eine traurige Last, tote Bergleute sind es, die da die letzte
Fahrt zu Tage angetreten haben, aber sie erblicken nicht mehr
das Licht der Sonne, ihre Augen sind geschlossen, der Mund
auf ewig stumm! Kein „Glück auf!“ ertönt, ernstes Schweigen
ringsum und ehrfurchtsvoll begrüßt der Knappe seine toten
Kameraden. Schweigend und schaudernd legen die Mitglieder
der Sanitätskolonne den schwarzverbrannten Körper auf eine
der bereitstehenden Bahren, bedecken ihn mit einem Segeltuch
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