Full text : Das Grubenunglück zu Reden, Kreis Ottweiler, am 28. Januar 1907

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von 200 bis 250 Eingefahrenen und etwa 120 bis 150
Toten, so daß gerade seine Berichte nach Meunkirchen, Trier,
St. Johann, Köln, Essen, Berlin zur Beruhigung der
Deffentlichkeit beitrugen, während gerade liberale
Blätter die Meldung von 600 Opfern verbreiteten.
Da die Explosion die Schächte mit Förderung intalt
gehalten hatte, so konnte von dort auch sofort Hilfe gebracht
verden. Die Rettungsmannschaften, die inzwischen von allen
Bruben des Saarreviers mit ihren Rettungsapparaten herbei—
geeilt waren, begaben sich in die Tiefe. Die Verzimmerung
in der ganzen Umgebung der 2 in Frage kommenden Ab—
eilungen war zusammengestürzt und zeugte von der verheerenden
Wirkung der Explosion; die Schienen in den Strecken und
Schächten waren aufgerissen und wie Radreisen verbogen.
Die Ventilatoren arbeiteten mit großer Depression. Von zwei
Seiten, von den Redenschächten und dem Bildstockschachte und
Heinitz drangen die Rettungsmannschaften vor. Nachdem
nan von der Seite des Bildstockschachtes und Heinitz bis
nachmittags 3 Uhr gearbeitet hatte, wurden die weitern Vor—
dringungsversuche von dieser Seite aus eingestellt, da nämlich
gemeldet wurde, daß in einem der Flöze Brand ausgebrochen
ei. Dieser Umstand schloß ein weiteres Vordringen von dieser
Seite, die im ausziehenden Wetterstrome steht, aus. Tas
Bild, das sich den Rettungsmannschaften unten bot, war ein
Entsetzen erregendes, überall lagen die Opfer der Katastrophe
nn den Gängen der Schächte. Durch die Wucht des Luftdruckes
vurden manche 20—30 Meter weit fortgeschleudert und er—
itten zu den Brandwunden noch Arm-, Bein- und Schädel
zrüche. Die eigentliche Unglücksstelle bildete ein Chaos von
Penschen und Piferdeleichen; abgerissene Körperteile lagen
erstreut umher. Die starken eichenen Holzstützen waren
durch die Wucht der Explosion wie Streichhölzer zerknickt und
die Schienen der Grubenwagen waren wie Uhrfedern gebogen.
Alle in der Nähe des Explosionsherdes beschäftigt gewesenen
Arbeiter waren tot und entsetzlich verstümmelt und verbrannt.
UKiele waren vollständig zerrissen, sodaß man die Leichenteile
zusammensuchen mußte.
Die Gefahr war groß, giftige Schwaden erfüllten den
Schacht, sodaß nur die Leute mit Rettungsapparaten ausge—
üstet, vorzudringen vermochten. Immer mehr Rettungs—
            
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