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»rochen, und nur als Minister Telbruck zum Schlusse seiner An
prache den toten Bergleuten, die in Särgen geschichtet in der
Halle ruhten, ein letztes Gluckauf! nachrief, klang als Eiho die
»on all den Tausenden gemurmelte Antwort „Gluckauf!“ dumpf
und schwer zurück. Resignation, Fatalismus. wenn man wiil,
var die Grundstimmung, die uüber der Versammlung lag. .Es
yat so müssen sein. Bergmannslos! Wer kann dawider!“ Unter
den Teilnehmern der Feier, von denen viele auf die Tacher der
zechengebäude geklettert waren oder sich ins Eisengeruast dece Forde:
iirme gehängt hatten, um bvesser sehen zu tonnen, waren viele
Bergleute im Grubenanzuge mit brennenden Lämpchen und schwarzem
vesicht. Denn während man auf der untersten Sohle der Mirne.
m Fettkohlenfeld des Schachtes 11I1l unter dem niedergegangenen
hHebirg nach den noch verschütteten Opfern forschte. ging aui den
indern beiden Schächten, dicht danebven, die Tagesarveit ruhig
veiter, als wäre nichts geschehen, und kaum der und jener der
Belegschaft jehlte unterm erschreckenden Eindrucke des Unglucks
bei der Schicht. Von den Türmen, von denen die halbitock geseßte
preußische Fahne flatterte, fuhren die stählernen Kabel sausend auf
ind nieder, die Förderschalen stiegen rasselnd aus der Tiefie und
Jjingen wieder nieder, knarrend bewegten sich die Kettenzuge der
Kohlenkarren, und im Maschinenhause stampfiten die Kolhen gleich
näßig, automatisch.“
Bedauerlicherweise hat der Kampf der politischen
Parteienangesichtsdesherzzerreißendenllnglüchs
und vor der Majestät des Todes auch nicht Haht
machen können. Ein Vertreter der katholischen
Presse — und das muß hier mit Bedauern öjfentlich fest—
gestellt werden — erlitt eine Behandlklung, wie sie
jeder anständig denkende Menschverurteiten muß.
Liberale Leute waren es, die die der Presse in
diesem Falle sicher ausnahmsltos schuldige Ob
'ektivität nicht bewahren konnten.
Als nämlich die Kunde von dem Unglück sich am Mon
tage verbreitete und die unheimlichsten Gerüchte rundgingen,
da wurde der Redakteur der „Neunkirchener Zeitung“, Herr
Lehnen, von allen Seiten telephonisch um Auskunft ge—
»eten. In dem Bestreben, nur wahrheitsgemäße Mitteilungen
zu machen, wandte er sich nach der „Neunkirchener Zeitung“
Ar. 33 — 9. Februar telephonisch an die Königliche
Berginspektion zu Reden, die aber jede Auskunst
erweigerte, mit der Begrüundung, selbit nichts
zu wissen. Nun fuhr Medakteur Lehnen persönlich zur
Hrube Reden. Da es hieß, daß das Publikum keinen Zu
ritt habe, ging er in die Wohnung des Bergwerksdirek—