Full text : Das Grubenunglück zu Reden, Kreis Ottweiler, am 28. Januar 1907

J.

der verdächtigen Stellen mit möglichster Genauigkeit festge—
stellt werden kann. Aber welches auserlesene Genie wird
ins dieses große Geschenk der idealen Lampe machen?“
Im Augenblicke der Explosion haben einige Ar—
beiter, die unterhalb der Grubenstrecke arbeiteten, einen kräf—
tigen Schlag gehert. Eine feurige Lohe durchsauste mit er—
stickenden Schwaden die Gänge in den Schächten, alles tötend,
versengend, niederschmetternd. Der donnernde Knall wurde
auch in den Nachbarschächten gehört und jeder wußte, was
er zu bedeuten hatte, der Bergmannstod hat seine Ernte ge—
halten, sie waren gestorben im Dienste der alltäglichen Pflicht.
Da noch nicht alle auf ihrer Arbeitsstelle angekommen
waren zur Zeit der Explosion, so konnten sie bei der Wahr—
nehmung des gewaltigen Luftstoßes noch rechtzeitig zurück
eilen. Der erste Schlag hatte sie betäubt und niedergeworfen,
aber sie erhoben sich sofort, drangen nach Westen nach der
Richtung des Explosionsherdes vor, und es gelang ihnen, einige
glücklicherweise nur betäubte Schlepper zu retten. 64 Mann
konnten sich durch den Heinitzschacht, welcher für Rettungs—
zwecke seit kurzer Zeit durch eine Strecke, die am Bildstock
schacht einmündet, mit Grube Reden verbunden ist, retten.
Zwei Zimmerhauer, welche als Ueberlebende der schreck
lichen Katastrophe entronnen sind, erzählten den Her—
gang des Unglücks folgendermaßen: „Wir waren
bis in die Nähe unserer Arbeitsstelle gekommen und zwischen
Querschlag ? und 3 seitlich in unser Schutzörtchen eingebogen.
Dort bewahrten wir unser Handwerkszeug auf. Eben waren
wir mit noch einem Kameraden daran, unser Gezähe (Hand—
werkszeug hervorzuholen und uns zur Arbeit umzukleiden.
Unser Schlepper war in der Richtstrecke nach Wagen sehen.
Da erfolgte plötzlich ein furchtbarer Knall und Schlag. Unsere
Lichter waren sofort erloschen. Ein dichter Staubregen wir—
belte um uns, dem sofort ein betäubendes Sausen folgte.
Jetzt kam uns das Schreckliche zum Bewußtsein. Mit dem
Ruse „Nach dem Schachte!“, eilten wir aus unserer Nische,
der allein wir unsere Rettung verdanken, der Richtstrecke ent
lang. Einer fragte: „Ist unser Schlepper dabei?“ Er fehlte.
Wir tasteten nun zurück und fanden ihn wimmernd am
Boden liegen. Wir packten ihn auf und schleppten uns müh—
sam vor. Der Atem stockte uns und wir fühlten enthetzliche

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