Full text : Das Grubenunglück zu Reden, Kreis Ottweiler, am 28. Januar 1907

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frische Wettermenge mindestens 103.52 — 20 Rubikmeler be—
ragen. Oder arbeiten z. B. in einem Grundstreckenflügel
»0 Mann und werden hier zur Streckenforderung ? Pferde
»erwendet, so muß die in die Grundstücke einstromende frische
Wettermenge 50042 — 100 Kubikmeter und, da ein Pferd
zleich vier Mann zählt, 2778 16 Kubikmeter, im ganzen
16 Kubikmeter pro Minute betragen.
Zur Messung dieser Wetter bedient man sich der sogen.
Anenometer, die sehr genaue Angaben machen, ain gebräuch—
ichsten ist in den Saargruben das Flügelanenometer von
Lasella. Es hat acht aus Aluminiumblech hergestellte Flügel,
die auf einer in Saphirlagern ruhenden Gußfstahlachse schief
ingebracht sind. Eine auf der Achse befestigte Schraube ohne
Ende steht mit dem Uhrwerk in Verbindung, dessen Jeiger
auf einem Zifferblatte die Geschwindigkeit der durchziehenden
Wetter im Meter, d. h. den Weg angeben, den die Wetter
vährend der Beobachtungszeit zurückgelegt haben. Zur Be—
obachtung muß das Flügelanenometer an ein Stativ ange
chraubt und im Mittel der Strecke mit der Achse des Flügel—
ades in der Richtung des Wetterstromes aufgestellt werden.
Trotz dieser und maucher anderer Vorsichtsmaßregeln ist
es bis heute noch nicht gelungen, die Gesahren der Schlag—
vetter ganz zu beseitigen. Im Bergbau rechnet man vielmehr
mit der Tatsache als einem unabänderlichen Geschick, daß
alljährlich den Schlagwettern eine große Zahl Menschen zum
Opfer fallen. „Nirgends in der Welt“ so schreibt ein her—
vorragender französischer Fachmann, der Generalingenieur der
ranzösischen Gruben, Levy, anläßlich der Redener Katastrophe,
„ist man im Grubenarbeiterschutz weiter vorge—
schritten auls in Deutschland. Solange wir aber der
ibsolut fehlerlosen Grubenlampe euntbehren, wird es
eider immer wieder geschehen, daß nach dem ersten Auzeichen
von Schlagwettern der Hand eines Arbeiters die Lampe ent—
ällt oder mit der des nächsten fliehenden Kameraden zusammen
toßt. Was Wissenschaft tun kann, um jene todbringenden Nischen,
vo die Schlagwetter lauern, rechtzeitig ausfindig zu machen,
geschieht heutzutage allenthalben. Höchstens könnten wir der
unerbittlichen Notwendigkeit noch eines abgewinnen: wir
fönnten die Zeit für die Vorarbeiten bis zum Beginn der
illgemeinen Schüriung verlängern, damit die Zahl und Art
            
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