Full text : Das Grubenunglück zu Reden, Kreis Ottweiler, am 28. Januar 1907

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auch mit salpetersaurem Ammoniak vermengt sind. Die
Sprengstoffe sollen durch Entstehung von Wasser- oder Am—
moniakdämpfen abgekühlt und dadurch zur Entzündung der
Schlagwetter uufähig gemacht werden. Diese Sprengstoffe
heißen Sicherheitssprengstoffe und sind in allen Schlagwetter—
zruben eingeführt. Auf ihre Zuverlässigkeit erprobt werden
diese Sprengstoffe an sog. Versuchsstrecken, in die Schlagwetter
eingeführt werden können. Die erste solcher Versuchsstrecken
auf dem europäischen Kontingent ist auf Grube „König“ bei
Neunkirchen (Saar) erbaut.
Die Ergebnisse dieser Versuche in dieser ersten Versuchs—
strecke sind folgende:
1. Gegen offenes Licht verhalten sich alle Kohlenstaub—
arten in gewöhnlicher Luft ganz ungefährlich. Diese Gefahr
losigkeit ist auch vorhanden in einer Luft, welche bis 4 Prozent
Grubengas beigemengt enthält, indem dabei durch aufgewir
belten Kohlenstaub zwar eine bedeutende Verlängerung der
Flamme, aber keine seitliche Fortpflanzung derselben bewirkt
wird. Erreicht dagegen der Gasgehalt der Luft 4,5 Prozent
und mehr, so tritt für gewisse Staubarten am offenen Licht
Explosion ein, die schon bei Anwesenheit von 5 Prozent un—
zleich heftiger ist, als ohne Kohlenstaub bei 6 Prozent
Hrubengas.
2. In gasfreier Luft zeigt ein ausblasender gewöhnlicher
Schwarzpulver-Sprenaschuß 1250. Gramm Pulverladungdh,
dessen Flamme unter Anwendung von Lettenbesatzsz334Metr
weit reicht, bei Besetzung mit einer Mischung von esteins—
pulver und Kohlenstaub eine Flammenverlängerung bis auf
5 Meter und bei ausschließticher Besetzung mit Köohlenstaub
eine solche auf 9,5 bis 16 Meter je nach' der Menge des
dverwendeten Kohlenstaubes. Bei Verstärkung der Pulverla—
dung wächst die Flammenlänge sogar auf 19 Meter. Es
scheint hierber die Natur des Rohlenstaubes keinen großen
Unterschied zu machen.
3. Das Vorhandensein von VKohlenstaub im Bereiche
des Schusses Staubstrenung auf der Streckensohlen verichärst
die gedachten Erscheinungen ganz wesentlich, es entstehen er
hebliche Flammenverlängerungen und bei gewissen Staubarten
sogar schon ohne Grubengas sebständige Stau bexplo—
sionen; der im Bereiche der Flamme gewesene Kohlenstaub
            
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