unvorsichtig umgegangen worden ist. Vielleicht wurde eine
Lampe beim Umziehen zu hoch aufgehängt, und die Gruben—
gase hatten Gelegenheit, an sie heranzukommen und so die
Schlagwetter zu entzünden. Hinsichtlich de Wettermänner
ist zeugeneidlich festgestellt, daß einer von ihnen statt
wie vorschriftsmäßig um 3 Uhr erst um 4 Uhr einge—
fahren ist. Indes hat auch er die Meldung erstattet, daß
die ihm zur Prüfung zugewiesenen Baue befahren und als
schlagwetterfrei besunden worden seien. Ob seine Unter—
süchung wegen der zu knappen Seit vielleicht
nicht ausreichend gewesen ist, wird sich nicht ergründen
lassen, da auch er zu den Opfern des Unglücks gehört. Das
völligüberraschende Auftreten von Schlagwettern
in Flöz Thielen ist, wie man vermutet, dem Umstande zu—
zuschreiben, daß bisher unbekannte Klüfte im oberliegen—
den Flöz Carlowitz Schlagwetter in das Flöz Thielen haben
eintreten lassen . . .“
Wenn nun, wie der Handelsminister erklärte, einer von
den verunglückten Wettermännern statt um 3 Uhr erst um
1JUhr morgens — vielleicht auch noch später — eingefahren
ist, so fragt es sich, hatte diese Wettermann auch noch
genügend Zeit, um seine Abteilung pflichtgemäß mit der nötigen
Genauigkeit und Vorsicht auf das Vorhandensein von Schlag—
wettern zu untersuchen? Oder war der Mann, der noch um
4Uhr im Kriegerverein getanzt hat noch imstande,
seinüberaus wichtiges und verantwortungsvolles
Amt auszuüben? Hat er überhaupt seine Abteilung ab—
revidiert? Es ist sehr unwahrscheinlich, daß in der Zeit von
1—26 Uhr die in Frage stehenden Betriebspunkte schlagwetter—
frei waren, und es grenzt an das Unmögliche, daß in
der Zeit von 6—7 Uhr, während die Belegschaft einfuhr,
ein plötzliches Austreten von Schlagwetternstatt—
gefunden hat Die einzige Möglichkeit, die hierfür spräche,
wäre die, daß in der angegebenen Zeit an irgend einem Be—
triebspunkte ein Bläser (d. i. Klüfte, die mit hoch gespannten
Gasen gefüllt sind) angefahren worden wäre, aus dem die
Schlagwetter in solcher Menge ausströmten, daß die benachbarten
Betriebspunkte in Mitleidenschaft gezogen worden wären. Aber
auch dieses ist sehrunwahrscheinlich, da doch die Leute zur Zeit
der Explosion (7 Uhr die Arbeit noch kaum aufgenommen hatten.
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