W8ir erklaren demgegenüber, daß samtliche Angaben der
genannten Notiz aui amttrichem Attenmaterial über die
vwegen der Redener Katastropee eingeleiteten Untersuchung be
ruhen und daß wir kein Jota davon als unzutrefend oder
ungenauzuruchnehmen, sonderndaßalles aui das strengste
den Tatsachen entspricht.“
Dieser Meldung nun fügt die liberale „Saarbrücker
Zeitung“ noch jolgendes hinzu:
„Wie irtr eriahren, ist die Berichtigung auch nicht von der
dazu verechtiaten Stelle der Berawerksdirettion, sondern von einer
dieser untergeordneten Tienitstelle ausgegangen, die im Uebereiifer
oreteicht et:vas berichhtigen zu mussen vermeinte, wozu sie nicht
rutoristert war
Ueber die Schuldfrage des Grubenunglüds
machte die „Franki. Zeitung“ im Anschluß an die Inter—
pellationsverhandlungen im Abgeordnetenhause noch folgende
bemerkenswerte Ausführungen:
„Ter schwere Fehler, der von den beiden Vorfahrern begangen
wurde, bleibt aber an diesen beiden alrein nicht hängen. Wer
semals die Gebaube, die an einem Schachte siehen, besucht hat,
wird am Eingang des Höoies ein kleines Hauschen oder dergleichen
beinerkt bhaben — die sogenannte Markenbude. Diese Bude
mussen alle Bergleute, die einfahren, passieren, damit feitgestellt
werde, wann sie eingefahren sind. Ter Tienit in der Bude wird
eon einem Vorgesetzten der Bergarbeiter getan, also
mußte ein Beamter gewußt haben, daß die Vorfahrer nicht zur
rechten Zeit unter Tag gegangen sind. Wenn man nun ganz
korrekt vorgegangen wäre, hatte dieser Beamte seinen Vorgesetzten
davon Meldung gemacht, und der Betriebsleiter hätte die
Ginfahrt der Arbeiter nicht gestattet, bis die Nachlässig
keit der Voriahrer durch eine genauere Visitation wettgemacht
worden wäre, und so wäre das Unglück vermutlich ver
dütet worden“
Daraufhin macht ein alter Bergmann in betreff der
Vorfahrer an den Gruben folgenden Vorschlag:
„Im Saarbergbau ist es eine althergebrachte Sitte, daß die
Vorfahrer morgens um 3 Uhr anfahren, um die Arbeiten wie
Wetterstrecken zu kontrollieren jinbezug auf Schlagwetter. Ta nun
bei Zunahme der Belegschaften, sowie ausgedehnterem Abbau es
bei der hergebrachten Sitte blieb, ist es unmöglich, daß die Vor—
sahrer ihrer Pflicht genügen können in diesem Zeitraum; denn
wie erwiesen, haben dieselben auf Grube Reden einen Weg von
einer Stunde weit zu machen. Nehmen wir nun an, um 3 Uhr
ist die Ansahrt, nach einer Stunde Weges ist es 1Uhr, um halb 5
Uhr ist Aussahrt am Schacht, um dem Obersteiger Meldung zu
mnachen. Wie ist es nun möglich, in einer halben Stunde eine
Janze Abteilung zu kontrollieren, wo der Abteilungssteiger 4 bis 5
Stunden dazu braucht? Und weiter, wieviel mal wird gar
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